Laufende Projekte
Projektbeteiligte:
Dr. Marco Triulzi, Ludwig-Maximilians-Universität München
Dr. Stefanie Bredthauer, Universität zu Köln
Stefanie Helbert, Universiti Malaya
Mehrsprachigkeit prägt den Alltag vieler Menschen weltweit, sei es im familiären Umfeld, in sozialen Interaktionen oder beim Medienkonsum. Während bekannt ist, dass mehrsprachige Praktiken allgegenwärtig sind, ist noch weitgehend unbeleuchtet, inwiefern sich diese Praktiken im Hochschulkontext widerspiegeln. Der Umgang der Studierenden mit ihrer eigenen Mehrsprachigkeit und der Mehrsprachigkeit in der universitären Lehre, insbesondere im Sprachunterricht, ist noch wenig erforscht.
Das Projekt MultiVersity untersucht, wie Studierende weltweit mit Mehrsprachigkeit umgehen - sowohl in ihrem Alltag als auch im akademischen Kontext. Es wird untersucht, ob alltägliche Handlungen wie Musikhören oder Podcasten, Interaktionen mit Gleichaltrigen, der Konsum audiovisueller Medien, das Verfassen wissenschaftlicher Texte usw. international eher einsprachig oder eher mehrsprachig ausgeführt werden. Ebenso wichtig ist die Frage, welche Einstellungen sie zur Mehrsprachigkeit haben, sei es als persönliche Ressource oder als Teil ihres Sprachlernprozesses.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Rolle von Mehrsprachigkeit im universitären Sprachunterricht. Wie erleben Studierende mehrsprachige Lehr- und Lernkontexte? Wie mehrsprachig oder einsprachig darf der Sprachunterricht sein? Und wie erleben sie es, wenn in einer Sprache unterrichtet wird, während andere Sprachen parallel verwendet werden?
Um möglichst viele Perspektiven einzufangen, wurde ein Fragebogen in eine Vielzahl von Sprachen übersetzt - darunter Arabisch, Chinesisch, Kroatisch, Tschechisch, Niederländisch, Englisch, Französisch, Deutsch, Ungarisch, Indonesisch, Italienisch, Malaiisch, Polnisch, Portugiesisch, Rumänisch, Russisch, Spanisch, Tamil, Türkisch und Ukrainisch - und international verteilt.
Die Ergebnisse dieser Studie werden wertvolle Einblicke in die mehrsprachigen Praktiken und Einstellungen von Studierenden weltweit liefern. Dies kann dazu beitragen, die Lehrmethoden an Hochschulen weiterzuentwickeln und die Lehrpläne an die tatsächlichen sprachlichen Bedürfnisse und Potenziale der Studierenden anzupassen.
Projektbeteiligte:
Dr. Marco Triulzi, LMU München
Dr. Ina Lammers, Universität Duisburg-Essen
Anna Nissen, Universität Mailand
Dr. Sabrina Link, LMU München
In der Sprachförderung wird spätestens seit dem multilingual turn zunehmend versucht, mehrsprachige Ansätze zu integrieren, die den fluiden und hybriden Gebrauch des gesamtsprachlichen Repertoires der Lernenden berücksichtigen. Dazu gehört auch das Konzept des Pedagogical Translanguaging, das darauf abzielt, die mehrsprachigen Kompetenzen der Lernenden systematisch zu nutzen und zu fördern. Ein Beispiel für die praktische Anwendung dieses Ansatzes ist in dem Podcast-Projekt Überall Konfetti - Il podcast italo-tedesco che non ti aspetti zu finden, bei dem sowohl die italienische als auch die deutsche Sprache verwendet werden, um rezeptive Sprachkompetenzen zu fördern und gleichzeitig gesellschaftsrelevante Inhalte zu vermitteln. Die Konzeption eines deutsch-italienischen Podcasts basierend auf Pedagogical Translanguaging bietet dazu neue Einsatzmöglichkeiten im Unterricht.
Unter dem Projektnamen "PluriPodS - Plurilinguismo in Podcasting für den Sprachunterricht" findet daher wissenschaftliche Begleitforschung zu dem mehrsprachigen Podcastprojekt statt. In einer explorativen Kleingruppenstudie wurden im Mai 2023 qualitative Interviews erhoben und inhaltsanalytisch ausgewertet. Weitere Erhebungen sind in Vorbereitung. Zudem wurden konkrete Didaktisierungsvorschläge mit einem besonderen Fokus auf Mediationskompetenzen im Fremdsprachenunterricht, die zwischen 2023 und 2024 an vier italienischen Universitäten erprobt wurden.
Triulzi, Marco, Nissen, Anna, Lammers, Ina (2024): Podcasts im mehrsprachigkeitsorientierten Fremdsprachenunterricht: Didaktische Erprobung des deutsch-italienischen Podcasts Überall Konfetti für den universitären DaF-Unterricht. In: GLF German as a foreign Language Journal 3/2024, S. 87-107.
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Projektbeteiligte:
Institut für Multimedia und Linguistische Anwendungen (M.I.L.A.) des Fachbereichs für Deutsche Sprache und Literatur der Universität Athen (NKUA)
Projektleitung
Assoc.-Prof. Dr. Anna Chita, achita@gs.uoa.gr
Wissenschaftliche Betreuung
Prof.-Em. Dr. Friederiki Batsalia
Projektdurchführung und Evaluation
Areti Tsigkreli, Doktorandin am Fachbereich für Deutsche Sprache und Literatur der Universität Athen (NKUA)
Technische Unterstützung
Marina Vlachou, Doktorandin am Fachbereich für Deutsche Sprache und Literatur der Universität Athen (NKUA)
Internationale Forschungsstelle für Mehrsprachigkeit (IFM) des Instituts für Deutsch als Fremdsprache der Ludwig-Maximilian-Universität München (LMU)
Projektleitung und -betreuung
Dr. Marco Triulzi marco.triulzi@lmu.de
Das Forschungsprojekt GLΩSSA.MU hat zum Ziel, den Gebrauch des Griechischen und des Deutschen im Alltag griechisch-deutscher Kinder und Jugendlicher zu untersuchen.
Im Zentrum stehen ihre mehrsprachigen Praktiken sowie der Zusammenhang zwischen Sprachgebrauch, Sprachkompetenz und Spracherhaltsmaßnahmen.
Mithilfe von Textproduktionen werden qualitative und quantitative Daten zur pragmatischen und soziolinguistischen Kompetenz und Performanz erfasst, um ein umfassendes Bild der gelebten Mehrsprachigkeit in diesem Kontext zu gewinnen.
In der jetzigen Phase des Projektes wird das Forschungsprojekt GLΩSSA.MU zunächst im Raum München in Kooperation des Instituts für Multimedia und Linguistische Anwendungen (M.I.L.A.) des Fachbereichs für Deutsche Sprache und Literatur der Universität Athen (NKUA) mit der Internationale Forschungsstelle für Mehrsprachigkeit (IFM) des Instituts für Deutsch als Fremdsprache der Ludwig-Maximilian-Universität München (LMU) durchgeführt.
Die Ergebnisse sollen einen Beitrag zur Mehrsprachigkeit- und Spracherhaltsforschung leisten und zugleich Impulse für die Förderung einer funktionalen Bilingualität im Bildungsbereich geben.
Forschung Verbindet
Vergangene Projekte
im Netzwerk der „Elysée-Kitas“ in städtischen Kindertageseinrichtungen der Landeshauptstadt München
Das Team der Forschenden
Dr. Christine Fourcaud, Université de Reims Champagne-Ardenne, SciencesPo Paris, Linguistique, Langues, Parole (LiLPa-UR 1339) der Université de Strasbourg.
Dr. Matthias Springer, Institut für Deutsch als Fremdsprache der Ludwig-Maximilians-Universität München
Beteiligte Hilfskräfte
Lisa Bergauer
Yulia Brahmst
Ruth Ho'aba
Tinka Stössel
Auftraggeber der Studie: Landeshauptstadt München
Projektpartner
Landeshauptstadt München
Forschungslabor der Universität Strasbourg „Langues, Linguistique, Parole“ (LiLPa, UR 1339)
Université de Reims Champagne-Ardenne
DAAD
Institut für Deutsch als Fremdsprache, Ludwig-Maximilians-Universität München
Informationen zum Projekt
Das deutsch-französische Programm „Elysée-Kitas“ führt Kinder früh an die Mehrsprachigkeit heran und legt damit einen wichtigen Grundstein für ihre sprachliche, soziale und kognitive Entwicklung. Gleichzeitig setzt es einen nachhaltigen Impuls zur Förderung einer europäischen Mehrsprachigkeit.
Kinder brauchen einen Akt des Fabulierens (acte de fabulation collectif), der gemeinschaftsbildend und sinnstiftend wirkt. Mehrsprachigkeit unterstützt in diesem Sinne die Herausbildung eines Wir-Gefühls und regt als kreativer Akt kollektiver Bildungskraft und Teilhabe die Identitätskonstruktion an.
Gleichzeitig unterliegt Mehrsprachigkeit noch immer Vorurteilen, denen dieses Buch begegnet:
Sollten Kinder mit fremdsprachlichem Hintergrund nicht zuerst Deutsch lernen, bevor sie sich einer weiteren Sprache zuwenden?
Sind sie mit einer dritten Sprache überfordert?
Hat Mehrsprachigkeit negative Auswirkungen auf ihre kognitive, sprachliche oder soziale Entwicklung?
Die Münchner Feldstudie gibt fundierte Antworten auf diese Fragen.
Publikation
Fourcaud, Christine & Springer, Matthias (2021). Frühkindlicher Fremdsprachenerwerb in den „Elysée-Kitas“: Schnupperstunde Französisch in den Münchner städtischen Kindertageseinrichtungen. Tübingen: Narr Francke Attempto.
Gemeinsames Forschungsprojekt mit Dr. Maristela Pereira Fritzen in Brasilien
In diesem Kooperationsprojekt zwischen der LMU und der FURB Blumenau (Brasilien) liegt das Augenmerk auf dem Schriftspracherwerb von zweisprachigen Kindern und Jugendlichen im Deutschen und Portugiesischen in Deutschland und Brasilien.
Gemeinschaftsprojekt:
Prof. Dr. Jörg Roche, Ludwig-Maximilians-Universität München
Prof. Dr. Claudia Maria Riehl, Ludwig-Maximilians-Universität München
Prof. Dr. Alfred Riedl, Technische Universität München
Ziel des Projektes ist die Entwicklung und Pilotierung innovativer Unterrichtskonzepte und -materialien zur Förderung und Messung der mündlichen und schriftlichen Sprachkompetenzen von Berufsschülerinnen und -schülern.
Darüber hinaus soll ein Qualifizierungskonzept für die Entwicklung von unterrichtsrelevanten Kompetenzen in den Bereichen Sprache und Kommunikation für angehende Lehrkräfte an beruflichen Schulen entstehen.
In Kooperation mit dem Staatsministerium für Unterricht und Kultus sollen aus dem Projekt Konzepte für die Lehramtsausbildung entstehen, die flächendeckend in Bayern eingeführt werden.
A comparative study of the learning and use of address forms by adult L2 learners of German and Italian in Australia, and L2 learners of English and Italian in Germany in the university context.
Gemeinsames Projekt zwischen der LMU München (Institut für Deutsch als Fremdsprache) und der University of Melbourne (School of Languages and Linguistics)
2016 (im Rahmen des DAAAD Go8)
Ziel des Projektes ist es, die Wechselwirkungen von schriftsprachlicher Kompetenz in Erst- und Zweitsprache bei bilingualen Schülerinnen und Schülern mit Türkisch, Italienisch und Griechisch als Herkunftssprache zu erforschen und die Einflüsse außersprachlicher Faktoren auf die Textkompetenzen in beiden Sprachen zu beleuchten.
Zum einen sollen die familiären und gesellschaftlichen Bedingungen und Einstellungen in den verschiedenen bilingualen Gruppen herausgearbeitet werden, die sich auf die Schreibkompetenz auswirken.
Zum anderen wird erforscht, welche kognitiven Faktoren die Textkompetenz positiv beeinflussen. Es gilt, die Synergien zwischen dem Deutschen und den Herkunftssprachen herauszuarbeiten und daraus gezielt Maßnahmen zu formulieren, die es ermöglichen, Sprachkompetenzen in beiden Sprachen optimal zu fördern.