Mehrsprachigkeitsforschung an der IFM

Forschung gemeinsam voranbringen – lokal und global: Durch enge Kooperationen mit Wissenschaftler:innen aus dem In- und Ausland werden neue Impulse für die Mehrsprachigkeitsforschung gesetzt. Zudem wurde die Michael-Clyne-Forschungsprofessur ins Leben gerufen, um international renommierte Forscher:innen im Bereich der Mehrsprachigkeitsforschung zu gewinnen und damit die wissenschaftliche Exzellenz an der LMU weiter zu stärken.

Ziele der IFM

Michael-Clyne-Forschungsprofessur

Michael-Clyne
Michael Clyne

© Creative Commons

Internationale Expertinnen und Experten sind für mehrwöchige Forschungsaufenthalte an der IFM eingeladen, um gemeinsam zu forschen, innovative Forschungsmethoden zu entwickeln und die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen in Vorträgen und Seminaren zu diskutieren.

Benannt ist die Forschungsprofessur an der Internationalen Forschungsstelle für Mehrsprachigkeit nach Michael G. Clyne (1939–2010). Er war ein führender australischer Sprachwissenschaftler und Mitbegründer der modernen Mehrsprachigkeitsforschung. Mit seinen international anerkannten Arbeiten prägte er zentrale Bereiche wie Sprachkontakt, Soziolinguistik und Sprachenpolitik und inspirierte viele Forschende weltweit.

Der vielfach ausgezeichnete Germanist setzte sich besonders für mehrsprachige Bildung in Australien ein und verband Wissenschaft mit gesellschaftlichem Engagement.

Forschungsprofessuren

  1. Forschungsprofessoren im Portrait
  2. Forschungsprofessoren im Portrait
  3. Forschungsprofessoren im Portrait
  4. Forschungsprofessoren im Portrait

2023 war Prof. Raphael Berthele im Rahmen der Forschungsprofessur an der LMU München zu Gast und stellte zentrale Ergebnisse seiner Forschung vor. Berthele ist Professor für Mehrsprachigkeitsforschung und Fremdsprachendidaktik an der Universität Freiburg und Direktoriumsmitglied des Freiburger Instituts für Mehrsprachigkeit. Seine Forschung fokussiert auf sprachliche Variabilität, individuelle Unterschiede in der Sprachbegabung, interlinguale Einflüsse und den Einsatz digitaler Hilfsmittel im Fremdsprachenerwerb.

© Nicole Caola/IFM

Ingrid Gogolin ist Professorin für interkulturelle und international vergleichende Erziehungswissenschaft an der Universität Hamburg und Koordinatorin des BMBF-Schwerpunkts „Sprachliche Bildung und Mehrsprachigkeit“. Zahlreiche Ämter, Mitgliedschaften und Ehrendoktorwürden zeugen von ihrem nationalen und internationalen Ansehen. Ihre Forschung widmet sich den Auswirkungen sprachlicher und kultureller Vielfalt auf Bildung und Gesellschaft. Zentrale Fragen betreffen das Gleichgewicht zwischen gemeinsamer Verständigungssprache und dem Erhalt von Mehrsprachigkeit sowie die Bedingungen für ihren positiven Beitrag. Ihre internationalen Kooperationen und die enge Zusammenarbeit mit Michael Clyne machen sie zur prädestinierten Inhaberin der Michael-Clyne-Forschungsprofessur.

© Scholz/IFM

Rita Franceschini ist Professorin für Allgemeine Sprachwissenschaft und Leiterin des Kompetenzzentrums Sprachen an der Freien Universität Bozen. Sie forscht zu Minderheitensprachen, Neurolinguistik und mentaler Repräsentation von Mehrsprachigkeit sowie zur Didaktik und Varietäten mehrsprachiger Sprachminderheiten. Mit zahlreichen Publikationen, Herausgebertätigkeiten und internationalen Forschungsaufenthalten ist sie eine ideale Wahl für die zweite Michael-Clyne-Forschungsprofessur.

© Annelie Bortoletti/IFM

Kees de Bot ist Professor für Angewandte Sprachwissenschaft und Vizedekan an der Universität Groningen. Als international anerkannter Mehrsprachigkeitsforscher verbindet er Sprachwissenschaft, Pädagogik und Psychologie in innovativer Weise, etwa durch die Anwendung der Dynamic Systems Theory auf den Zweitspracherwerb. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen Sprachverarbeitung, Sprachverlust, Mehrsprachigkeit im Alter und mehrsprachige Bildungsprogramme. Internationale Kooperationen und die enge Zusammenarbeit mit Michael Clyne qualifizieren ihn als ersten Inhaber der Michael-Clyne-Forschungsprofessur an der LMU.

© Ronald Zijlstra/IFM

Professor Dr. Enrica Piccardo (University of Toronto) ist im Rahmen der Michael-Clyne-Forschungsprofessur vom 18.–22. Mai zu Gast an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Wir freuen uns sehr auf ihren Besuch und die inspirierenden Einblicke in ihre international anerkannte Forschung.

Enrica Piccardo ist ordentliche Professorin für Angewandte Linguistik und Sprachbildung an der University of Toronto. Ihre internationale Laufbahn führte sie von Italien über Frankreich nach Kanada. Sie publiziert in vier Sprachen, koordiniert zahlreiche internationale Forschungsprojekte und ist weltweit als Keynote-Sprecherin gefragt.

In ihrer Forschung beschäftigt sie sich mit Fremd- und Zweitsprachenlernen und Mehrsprachigkeit. Sie hat maßgeblich zur theoretischen Weiterentwicklung des handlungsorientierten Ansatzes sowie zu dessen Umsetzung in szenariobasierten Lehr- und Lernarrangements beigetragen. Als Ko-Autorin des GER-Begleitbands hat sie unter anderem das Konzept der Mediation für eine dynamische Sprachbildung weiterentwickelt.

In ihrer aktuellen, vom kanadischen Forschungsrat (SSHRC) geförderten Forschung – unter anderem im Projekt „Advancing Agency in Language Education“ – untersucht sie die Rolle von Agency und Kreativität in einem mehrsprachigen und technologiegestützten Unterricht.

Als international führende Forscherin prägt sie innovative Ansätze der Sprachbildung und ist damit eine ausgezeichnete Wahl für die diesjährige Michael-Clyne-Forschungsprofessur. Wir freuen uns sehr, sie an unserem Institut willkommen zu heißen.

Wir freuen uns sehr, dass uns Professor Raphael Berthele vom 22.6. bis 29.6.2023 (Universität Freiburg - Université de Fribourg, Schweiz) im Rahmen der Forschungsprofessur an der LMU München besuchte und uns zentrale Erkenntnisse aus seiner Forschung vorstellte. Herzlichen Dnak für diese wertvollen Impulse .

Der renommierte Sprachwissenschaftler Raphael Berthele ist ordentlicher Professor am Department für Mehrsprachigkeitsforschung und Fremdsprachendidaktik der Universität Freiburg / Université de Fribourg und Mitglied des Direktoriums des Freiburger Instituts für Mehrsprachigkeit.

Sein wissenschaftliches Interesse gilt der Erforschung von Variabilität im Lernen und Gebrauchen mehrerer Sprachen und Dialekte aus kognitiv-psychologischer und soziolinguistischer Perspektive. Aktuell arbeitet er zu individuellen Unterschieden im Bereich der Sprachbegabung, zu interlingualen Einflüssen bei Mehrsprachigen sowie zur Verwendung digitaler Hilfsmittel beim Fremdsprachenlernen.

Veranstaltungsflyer (PDF, 333 KB)

Ingrid Gogolin ist Professorin am Arbeitsbereich „Interkulturell und International Vergleichende Erziehungswissenschaft“ der Universität Hamburg und Koordinatorin des BMBF-Forschungsschwerpunkts „Sprachliche Bildung und Mehrsprachigkeit“. Zahlreiche Ämter wie die Präsidentschaft der European Educational Research Association (EERA) und der World Education Research Association (WERA), Mitgliedschaften in vielen Gremien und Netzwerken (u.a. Rat für Migration, Netzwerk „Sprache, Variation und Migration“) und die ihr verliehenen Ehrendoktorwürden der TU Dortmund und Universität Athen zeugen von ihrem großen nationalen und internationalen Renommee ebenso wie ihre vielen wegweisenden Publikationen.

In ihren Forschungen legt Ingrid Gogolin den Fokus auf Folgen der sprachlichen und kulturellen Heterogenität für Entwicklung, Erziehung und Bildung. Angesichts des Faktums, dass Mehrsprachigkeit den Alltag in den meisten Nationen der Welt ausmacht, geht Ingrid Gogolin zwei leitenden Fragen nach: Wie kann es gelingen, dass die Menschen, die in einer Gemeinschaft leben, eine gemeinsame Verständigungssprache teilen, ohne dass dies der Mehrsprachigkeit abträglich ist? Und: Welche Bedingungen müssen erfüllt sein, damit Mehrsprachigkeit für Individuum und Gesellschaft einen Gewinn bedeutet? Als Leiterin zahlreicher Projekte und Koordinatorin verschiedener Forschungsschwerpunkte hat sie dazu deutliche Meilensteine gesetzt.

Darüber hinaus qualifizieren sie ihre zahlreichen internationalen Kooperationen sowie eine langjährige Zusammenarbeit mit Michael Clyne als prädestinierte Inhaberin der Michael-Clyne-Forschungsprofessur.

Veranstaltungsflyer (PDF, 866 KB)

Die international bekannte Sprachwissenschaftlerin Rita Franceschini ist Leiterin des "Kompetenzzentrum Sprachen" und Inhaberin des Lehrstuhls für Allgemeine Sprachwissenschaft an der Freien Universität Bozen, Italien. Ihr wissenschaftliches Interesse gilt vor allem Minderheitensprachen sowie der Neurolinguistik und der mentalen Repräsentation von Mehrsprachigkeit. Außerdem beschäftigt sie sich im Rahmen ihrer Lehrtätigkeit an der FU Bozen mit der Erforschung von Sprachvarietäten, Mehrsprachigkeit von Sprachminderheiten und Mehrsprachigkeitsdidaktik.

Ihre zahlreichen Publikationen in diesen Fachbereichen, die Herausgebertätigkeit verschiedener renommierter linguistischer Zeitschriften und ihre unzähligen Forschungsaufenthalte im Ausland machen sie zur perfekt geeigneten Inhaberin der zweiten Michael-Clyne-Forschungsprofessur und wir freuen uns, sie in München begrüßen zu dürfen.

Veranstaltungsflyer (PDF, 1.547 KB)

Der international renommierte Linguist Kees de Bot ist Lehrstuhlinhaber für Angewandte Sprachwissenschaft und Vizedekan der Philosophischen Fakultät der Reichsuniversität Groningen (Niederlande). Sein enorm breites wissenschaftliches Interesse (in den Bereichen Sprachwissenschaft, Erziehungswissenschaften und Psychologie) und seine zahlreichen international viel beachteten Publikationen machen ihn aktuell zu einem der gefragtesten Mehrsprachigkeitsforscher.

Er gilt als einer der Querdenker der Disziplin, der immer wieder neue Perspektiven in die Forschung einbringt und sie damit innovativ vorantreibt. Großen Bekanntheitsgrad erlangte de Bot in diesem Zusammenhang durch die Anwendung der Dynamic Systems Theory, einer ursprünglich mathematischen Theorie, auf die Prozesse des Zweitspracherwerbs. Weitere Schwerpunkte seiner Forschung sind u.a. die Sprachverarbeitung und der Sprachverlust bei Mehrsprachigen, die Entwicklung von Mehrsprachigkeit im Alter, sowie die Entwicklung und Evaluation mehrsprachiger Bildungsprogramme. Darüber hinaus machen ihn seine zahlreichen Auslandsaufenthalte und internationalen Kooperationen sowie seine langjährige Zusammenarbeit mit Michael Clyne zum prädestinierten Inhaber der ersten Michael-Clyne-Forschungsprofessur an der LMU.

Veranstaltungsflyer (PDF, 298 KB)