Jeremy Bradley, Ksenia Shagal
Seit 250 Jahren weiß man in der Wissenschaft, dass Ungarisch und Finnisch verwandte Sprachen sind. Wie kann das aber sein, wenn eine Finnin kein Wort Ungarisch versteht, und ein Ungar kein Wort Finnisch? Wie kann man sich da so sicher sein?
In diesem Vortrag beantworten wir genau diese Frage. Wir stellen vor, wie man in der Sprachwissenschaft durch den Vergleich moderner Sprachen einen Blick in die Vergangenheit wagen kann, und wie durch diese Methoden aus zwei "Ausreißern" eine Familie wurde. Wir präsentieren diese finnougrische Sprachfamilie als Ganzes und zeigen, wie neben dem Finnischen und dem Ungarischen noch Dutzende andere Sprachen gehören, wie etwa das Estnische, die saamischen Sprachen, aber auch Sprachen mit Namen wie "Mansisch", "Chantisch", "Udmurtisch" oder "Karelisch". Wir schauen uns an, wie diese Sprachfamilie zusammengesetzt ist, und stellen Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen diesen Sprachen vor. Wir stellen uns dabei auch die Frage: Wie "exotisch" sind diese Sprachen wirklich - oder ist es manchmal der europäische Blickwinkel, der ungewöhnlich ist?
Diese Veranstaltung ist Teil der Veranstaltungsreihe "Kaum sichtbare Verwandtschaften".