DFG/ANR-Projekt: PaLaFra (2015-2018)
Projektbeschreibung
Das Forschungsprojekt PaLaFra (2015–2018), gefördert von ANR und DFG, stellt annotierte Korpora und eine digitale Korpusumgebung zur Erforschung des Übergangs vom Spätlatein zum Altfranzösischen bereit. Ziel ist es, vergleichende Grammatik, die Rekonstruktion des Proto-Romanischen und die Analyse lateinischer Texte aus der Merowingerzeit miteinander zu verbinden, unter Rückgriff auf gebrauchsbasierte Ansätze und empirisch-digitale Methoden.
Aufsatz
Elisabeth Reichle/Maria Selig/Sebastian Ortner/Rembert Eufe (2025) "PaLaFra: Un projet numérique pour mieux comprendre le passage du latin à l’ancien français", in: Robert Hesselbach/Tanja Prohl (Hrsg.), Approches numériques des corpus historiques des langues de France (Romanistische Dossiers 3), München: AVM.edition. [Verlagshomepage]
Der Beitrag stellt das lateinische Teilkorpus PaLaFraLat vor, ein lemmatisiertes und morphosyntaktisch annotiertes Korpus merowingischer Texte. Das Annotationsschema erweitert gängige lateinische Tagsets durch differenzierte Gebrauchskategorien (z.B. substantivischer vs. adjektivischer Gebrauch von Demonstrativpronomen) sowie durch mehrere Ebenen der Lemmatisierung, die graphematische und morphologische Variation systematisch erfassbar machen. Mithilfe der Textometrie-Software TXM können flexibel definierbare lateinische und altfranzösische Subkorpora statistisch verglichen werden.
Eine Fallstudie zu merowingischen Rechtstexten zeigt den besonderen Reichtum nicht-klassischer Varianten sowie klare Unterschiede zwischen den Subtypen placita und praecepta.