Dr. Marco Triulzi

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Institut für Deutsch als Fremdsprache

Koordination Internationale Forschungsstelle für Mehrsprachigkeit

Büroadresse:

Ludwigstr. 27

Raum G 105

80539 München

Raumfinder

Sprechstunde:

Mo 10:00-11:00 Uhr, bitte nach Anmeldung per Mail

Vorlesungsfreie Zeit (WiSe 2025/26):
Online-Sprechstunde nach Vereinbarung per E-Mail

Arbeits- und Forschungsschwerpunkte

  • Deutsch als Fremd- und Zweitsprache
  • Angewandte Sprachwissenschaft
  • Mehrsprachigkeit und Mehrsprachigkeitsdidaktik
  • Literacy und Biliteracy
  • Sprachdiagnostik

Aktuelle Forschungsprojekte

Projektbeteiligte

Dr. Marco Triulzi, LMU München
Marianna Sommella, Forschungspraktikantin, Universität Triest (WiSe 2025/2026)

LingZahre

Das Projekt LingZahre untersucht die Rolle historischer deutscher Sprachinseln im Kontext von Mehrsprachigkeit und Deutsch als Fremdsprache. Im Mittelpunkt steht die Sprachinsel Sauris/Zahre in der italienischen Region Friaul-Julisch Venetien, in der seit Jahrhunderten mit dem Zahrischen eine eigenständige südbayerische Varietät in engem Kontakt mit Italienisch und Friaulisch verwendet wird.

Ausgehend von einem soziolinguistischen Zugang verbindet das Projekt Sprachinselforschung mit mehrsprachigkeitsorientierter Fremdsprachendidaktik. Ziel ist es zu analysieren, inwiefern lokale Varietäten als Brückensprachen für den Erwerb des Standarddeutschen genutzt werden können und welche Bedeutung sie für Sprachförderung und Sprachbewusstsein im DaF-Kontext besitzen.

Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist eine empirische Feldforschung zur sprachlichen Sichtbarkeit der beteiligten Sprachen im öffentlichen Raum. Auf Grundlage des Ansatzes der Linguistic Landscape wird untersucht, wie Mehrsprachigkeit in Sauris/Zahre dargestellt wird und welche Rückschlüsse sich daraus für Sprachgebrauch, Prestige und mögliche didaktische Nutzung ziehen lassen.

Auf dieser Basis entwickelt das Projekt erste konzeptionelle Überlegungen zu einem didaktischen Modell, das Minderheitensprachen als Ressource für den Deutschunterricht versteht - und Deutschunterricht als Ressource für den Erhalt historischer Varietäten. Die Ergebnisse sollen sowohl in wissenschaftlichen Publikationen als auch in Form von Impulsen für den Umgang mit regionalen Sprachen in Bildungskontexten zugänglich gemacht werden und damit zugleich zur Sichtbarkeit und Wertschätzung der lokalen Sprachgemeinschaft beitragen.

Gefördert durch den Nachwuchsförderungsfonds der Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaften der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Das Forschungsprojekt GLΩSSA.MU hat zum Ziel, den Gebrauch des Griechischen und des Deutschen im Alltag griechisch-deutscher Kinder und Jugendlicher zu untersuchen.
Im Zentrum stehen ihre mehrsprachigen Praktiken sowie der Zusammenhang zwischen Sprachgebrauch, Sprachkompetenz und Spracherhaltsmaßnahmen.
Mithilfe von Textproduktionen werden qualitative und quantitative Daten zur pragmatischen und soziolinguistischen Kompetenz und Performanz erfasst, um ein umfassendes Bild der gelebten Mehrsprachigkeit in diesem Kontext zu gewinnen.

In der jetzigen Phase des Projektes wird das Forschungsprojekt GLΩSSA.MU zunächst im Raum München in Kooperation des Instituts für Multimedia und Linguistische Anwendungen (M.I.L.A.) des Fachbereichs für Deutsche Sprache und Literatur der Universität Athen (NKUA) mit der Internationale Forschungsstelle für Mehrsprachigkeit (IFM) des Instituts für Deutsch als Fremdsprache der Ludwig-Maximilian-Universität München (LMU) durchgeführt.

Die Ergebnisse sollen einen Beitrag zur Mehrsprachigkeit- und Spracherhaltsforschung leisten und zugleich Impulse für die Förderung einer funktionalen Bilingualität im Bildungsbereich geben.

Projektbeteiligte:

Institut für Multimedia und Linguistische Anwendungen (M.I.L.A.) des Fachbereichs für Deutsche Sprache und Literatur der Universität Athen (NKUA)

Projektleitung

Assoc.-Prof. Dr. Anna Chita, achita@gs.uoa.gr

Wissenschaftliche Betreuung

Prof.-Em. Dr. Friederiki Batsalia

Projektdurchführung und Evaluation

Areti Tsigkreli, Doktorandin am Fachbereich für Deutsche Sprache und Literatur der Universität Athen (NKUA)

Technische Unterstützung

Marina Vlachou, Doktorandin am Fachbereich für Deutsche Sprache und Literatur der Universität Athen (NKUA)

Internationale Forschungsstelle für Mehrsprachigkeit (IFM) des Instituts für Deutsch als Fremdsprache der Ludwig-Maximilian-Universität München (LMU)

Projektleitung und -betreuung

Dr. Marco Triulzi, marco.triulzi@lmu.de

Projektbeteiligte:
Dr. Marco Triulzi, LMU München
Dr. Ina Lammers, Universität Duisburg-Essen
Anna Nissen, Universität Mailand
Dr. Sabrina Link, LMU München

In der Sprachförderung wird spätestens seit dem multilingual turn zunehmend versucht, mehrsprachige Ansätze zu integrieren, die den fluiden und hybriden Gebrauch des gesamtsprachlichen Repertoires der Lernenden berücksichtigen. Dazu gehört auch das Konzept des Pedagogical Translanguaging, das darauf abzielt, die mehrsprachigen Kompetenzen der Lernenden systematisch zu nutzen und zu fördern. Ein Beispiel für die praktische Anwendung dieses Ansatzes ist in dem Podcast-Projekt Überall Konfetti - Il podcast italo-tedesco che non ti aspetti zu finden, bei dem sowohl die italienische als auch die deutsche Sprache verwendet werden, um rezeptive Sprachkompetenzen zu fördern und gleichzeitig gesellschaftsrelevante Inhalte zu vermitteln. Die Konzeption eines deutsch-italienischen Podcasts basierend auf Pedagogical Translanguaging bietet dazu neue Einsatzmöglichkeiten im Unterricht.

Unter dem Projektnamen "PluriPodS - Plurilinguismo in Podcasting für den Sprachunterricht" findet daher wissenschaftliche Begleitforschung zu dem mehrsprachigen Podcastprojekt statt. In einer explorativen Kleingruppenstudie wurden im Mai 2023 qualitative Interviews erhoben und inhaltsanalytisch ausgewertet. Weitere Erhebungen sind in Vorbereitung. Zudem wurden konkrete Didaktisierungsvorschläge mit einem besonderen Fokus auf Mediationskompetenzen im Fremdsprachenunterricht, die zwischen 2023 und 2024 an vier italienischen Universitäten erprobt wurden.

Publikationen:

Triulzi, Marco, Lammer, Ina, Nissen, Anna (2025): A Multilingual Approach to Podcasting for Teaching and Learning Foreign Languages. The German-Italian Podcast Überall Konfetti. EL.LE 14/1, S. 65-84

Triulzi, Marco, Nissen, Anna, Lammers, Ina (2024): Podcasts im mehrsprachigkeitsorientierten Fremdsprachenunterricht: Didaktische Erprobung des deutsch-italienischen Podcasts Überall Konfetti für den universitären DaF-Unterricht. In: GLF German as a foreign Language Journal 3/2024, S. 87-107.

Zur Projekthomepage...

Projektbeteiligte:
Dr. Marco Triulzi, Ludwig-Maximilians-Universität München
Dr. Stefanie Bredthauer, Universität zu Köln
Dr. Stefanie Helbert, Universiti Malaya

Mehrsprachigkeit prägt den Alltag vieler Menschen weltweit, sei es im familiären Umfeld, in sozialen Interaktionen oder beim Medienkonsum. Während bekannt ist, dass mehrsprachige Praktiken allgegenwärtig sind, ist noch weitgehend unbeleuchtet, inwiefern sich diese Praktiken im Hochschulkontext widerspiegeln. Der Umgang der Studierenden mit ihrer eigenen Mehrsprachigkeit und der Mehrsprachigkeit in der universitären Lehre, insbesondere im Sprachunterricht, ist noch wenig erforscht.

Das Projekt MultiVersity untersucht, wie Studierende weltweit mit Mehrsprachigkeit umgehen - sowohl in ihrem Alltag als auch im akademischen Kontext. Es wird untersucht, ob alltägliche Handlungen wie Musikhören oder Podcasten, Interaktionen mit Gleichaltrigen, der Konsum audiovisueller Medien, das Verfassen wissenschaftlicher Texte usw. international eher einsprachig oder eher mehrsprachig ausgeführt werden. Ebenso wichtig ist die Frage, welche Einstellungen sie zur Mehrsprachigkeit haben, sei es als persönliche Ressource oder als Teil ihres Sprachlernprozesses.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Rolle von Mehrsprachigkeit im universitären Sprachunterricht. Wie erleben Studierende mehrsprachige Lehr- und Lernkontexte? Wie mehrsprachig oder einsprachig darf der Sprachunterricht sein? Und wie erleben sie es, wenn in einer Sprache unterrichtet wird, während andere Sprachen parallel verwendet werden?

Um möglichst viele Perspektiven einzufangen, wurde ein Fragebogen in eine Vielzahl von Sprachen übersetzt - darunter Arabisch, Chinesisch, Kroatisch, Tschechisch, Niederländisch, Englisch, Französisch, Deutsch, Ungarisch, Indonesisch, Italienisch, Malaiisch, Polnisch, Portugiesisch, Rumänisch, Russisch, Spanisch, Tamil, Türkisch und Ukrainisch - und international verteilt.

Die Ergebnisse dieser Studie werden wertvolle Einblicke in die mehrsprachigen Praktiken und Einstellungen von Studierenden weltweit liefern. Dies kann dazu beitragen, die Lehrmethoden an Hochschulen weiterzuentwickeln und die Lehrpläne an die tatsächlichen sprachlichen Bedürfnisse und Potenziale der Studierenden anzupassen.

Abgeschlossene Forschungsprojekte

Projektbeteiligte

Leitung: Dr. Stefanie Bredthauer, Universität zu Köln
Dr. Marco Triulzi, Universität La Sapienza
Dr. Stefanie Helbert, Universität zu Köln
Magdalena Kaleta, Universität zu Köln

Forschungsruppe Mehrsprachige Lerngruppen

Laufzeit: 2019–2023

Die Forschungsgruppe Mehrsprachige Lerngruppen untersuchte den Einbezug mehrsprachiger Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern im Unterricht sprachlich heterogener Klassen. Vor dem Hintergrund zunehmender Migration und schulischen Fremdsprachenlernens sind viele heutige Lerngruppen nicht mehr bilingual oder homogen mehrsprachig, sondern durch eine ausgeprägte hyperdiverse Mehrsprachigkeit gekennzeichnet. Bestehende didaktische Konzepte greifen in solchen Konstellationen häufig nur eingeschränkt.

Im Mittelpunkt der Forschungsgruppe stand daher die Frage, wie sprachliche Ressourcen von Lernenden im Sinne eines sprachsensiblen Unterrichts systematisch genutzt werden können. Dabei wurde unter anderem untersucht, inwiefern mehrsprachige Elemente als Formen eines multilingualen Scaffolding in Lehr-Lern-Prozesse integriert werden können, welche Voraussetzungen hierfür auf Seiten der Lehrkräfte und der Unterrichtsmaterialien notwendig sind und welche Auswirkungen sich auf Lernprozesse ergeben.

Die Projekte der Forschungsgruppe verband ein gemeinsamer Fokus auf Mehrsprachigkeit im schulischen Bildungskontext, wobei unterschiedliche Perspektiven – etwa Einstellungen von Lehrenden und Lernenden oder konkrete Unterrichtspraktiken – berücksichtigt wurden. Die Ergebnisse zeigen, dass mehrsprachige Kompetenzen im Unterricht bislang nur begrenzt genutzt werden und dass insbesondere Unsicherheiten in der praktischen Umsetzung bestehen. Daraus ergibt sich ein Bedarf an Professionalisierung von Lehrkräften sowie an didaktisch fundierten Materialien für sprachlich heterogene Klassen.

Aus der Arbeit der Forschungsgruppe gingen mehrere wissenschaftliche Publikationen und praxisorientierte Materialien für Lehrkräfte hervor.

Förderung: Mercator-Institut (Nachwuchsförderung)

Projektpublikationen:

  • Bredthauer, S., Kaleta, M., & Triulzi, M. (2021). Mehrsprachige Unterrichtselemente. Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache.
  • Bredthauer, S., Kaleta, M., & Triulzi, M. (2021). Mehrsprachige Unterrichtselemente: Eine Handreichung für Lehrkräfte. Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache.
  • Bredthauer, S., Triulzi, M., Kaleta, M., Helbert, S., & Wörmann, L. (2021). Deko oder Didaktik? Mehrsprachigkeit in Schulbüchern für Sachfächer. Zeitschrift für Angewandte Linguistik, 75, 244–275.

  • Bredthauer, S., Helbert, S., Kaleta, M., Triulzi, M., & Wörmann, L. (2023). Mehrsprachige Elemente in Schulbuchaufgaben – Einbindung oder Einbildung? Zeitschrift für Interkulturellen Fremdsprachenunterricht 28(2):213–244

Weitere Informationen zum Projekt:

https://mercator-institut.uni-koeln.de/forschung-entwicklung/foerderung-von-wissenschaftlerinnen-in-ihrer-qualifikationsphase/mehrsprachige-lerngruppen

Projektbeteiligte

Projektleitung:
Dr. Ina-Maria Maahs (Universität zu Köln),
Dr. Christina Winter (Universität Koblenz)

Kooperationspartner:
Prof. Dr. Evghenia Goltsev (Universität Koblenz),
Dr. Marco Triulzi (Universität La Sapienza)
Projektteam: Tim Hülsenbusch (Universität zu Köln)

SPRACHE – MACHT – DIVERSITÄT

Laufzeit: April 2023 – April 2024

Das Projekt SPRACHE – MACHT – DIVERSITÄT widmete sich der Rolle von Sprache im Umgang mit gesellschaftlicher Diversität in Bildungskontexten. Sprache beschreibt nicht nur soziale Wirklichkeit, sondern trägt auch zu ihrer Konstruktion bei: Sie kann Differenzen sichtbar machen, aber zugleich unbeabsichtigt Ungleichheiten verstärken oder reproduzieren. Daraus ergibt sich für viele Disziplinen – etwa Zweit- und Fremdsprachendidaktik, Soziolinguistik, Sonderpädagogik oder Bildungsforschung – die Herausforderung, über Diversität zu sprechen, ohne dabei selbst Stigmatisierungen zu erzeugen.

Im Wintersemester 2023/24 wurde hierzu eine interdisziplinäre Veranstaltungsreihe organisiert, in der Forschende aus unterschiedlichen Fachrichtungen diskriminierende Effekte vermeintlich neutraler Begriffsnutzungen diskutierten. Neben der Analyse problematischer Sprachpraktiken wurden auch konstruktive Ansätze für einen sensibleren Sprachgebrauch in Bildungsinstitutionen entwickelt und reflektiert.

Das Projekt verstand sich als Forum für den Austausch zwischen Wissenschaft und Bildungspraxis. Der Fokus lag weniger auf konkreten Sprachfördermaßnahmen im Unterricht als auf einem reflektierten Umgang mit Sprache in der Kommunikation mit und über Lernende. Ziel war es, langfristig zu mehr Bildungsgerechtigkeit beizutragen und die Bedeutung sprachlicher Sensibilität im professionellen Handeln stärker zu verankern.

Die Vorträge der Reihe wurden aufgezeichnet und öffentlich zugänglich gemacht; ein Sammelband mit wissenschaftlichen und praxisorientierten Beiträgen erscheint 2026.

Förderung: DIVERSITY-Projekt-Fonds 2023

Projektpublikationen:

Maahs, I.-M., Triulzi, M. & Winter, C. (Hrsg.). (2026). Sprache – Macht – Diversität. (Sammelband, im Erscheinen bei Waxmann).

Projektbeteiligte

Projektleitung: Prof. Dr. Hans-Joachim Roth (Universität zu Köln)
Projektteam:
Rode Veiga-Pfeifer (Universität zu Köln),
Dr. Erol Hacısalihoğlu (Universität zu Köln),
Dr. Ina-Maria Maahs (Universität zu Köln)

Kooperationspartner: Dr. Marco Triulzi (Universität La Sapienza)

KLLA – Kompetenzenorientierte linguistische Lerner:innentextanalyse

Laufzeit: bis Dezember 2023

Das Projekt KLLA (Kompetenzenorientierte linguistische Lerner:innentextanalyse) befasste sich mit der Entwicklung und Evaluation eines sprachdiagnostischen Verfahrens für Schule und Erwachsenenbildung. Sprachdiagnostik gilt als zentrale Grundlage für gezielte Sprachförderung, richtet den Blick jedoch häufig primär auf Fehler und erfasst mehrsprachige Kompetenzen nur unzureichend.

Vor diesem Hintergrund wurde am Mercator-Institut ein Diagnostiktool entwickelt, das schriftliche Lernprodukte systematisch und ressourcenorientiert analysiert. Die KLLA ermöglicht Lehrkräften, sprachliche Stärken und Förderbedarfe von Lernenden auf der Basis ihres gesamten sprachlichen Repertoires zu identifizieren. In einem kontrastiv-linguistischen Verfahren werden sprachliche Strukturen beschrieben, kategorisiert und erklärt, sodass differenziertes Feedback und passgenaue Fördermaßnahmen möglich werden.

Zur Evaluation des Verfahrens wurde im Rahmen des Weiterbildungsstudiums DaZ INTENSIV eine quantitative Interventionsstudie im Prä-Post-Design sowie eine qualitative Interviewstudie durchgeführt. Untersucht wurde insbesondere, inwiefern (angehende) Lehrkräfte durch die Einführung in das Verfahren in der Lage sind, Lernendenprodukte stärker ressourcenorientiert zu betrachten und sprachliche Kompetenzen linguistisch fundiert einzuordnen.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Teilnehmenden nach der Schulung deutlich besser dazu in der Lage waren, sowohl Stärken als auch Förderbedarfe zu erkennen und zu begründen. Gleichzeitig wurde das Verfahren als praxisnah bewertet, auch wenn seine vollständige Umsetzung in allen Unterrichtskontexten als herausfordernd eingeschätzt wurde.

Ziel des Projekts war es, Lehrkräften ein frei nutzbares diagnostisches Instrument zur Verfügung zu stellen, das mehrsprachige Kompetenzen berücksichtigt und eine differenzierte Sprachförderung ermöglicht.

Projektbeteiligte

Dr. Ina-Maria Maahs, Universität zu Köln
Dr. Marco Triulzi, Universität La Sapienza
Dr. Andrea DeCapua
Weiterbildungskolleg Bonn

MehrLit – Mehrsprachigkeit als Ressource für die Förderung von Literacy-Kompetenzen

Laufzeit: Januar 2023 – Dezember 2023

Das Projekt MehrLit untersucht die Bedeutung von Mehrsprachigkeit für den Erwerb schriftsprachlicher Kompetenzen bei erwachsenen Lernenden im Zweiten Bildungsweg. In stark literalisierten Gesellschaften wie Deutschland sind Literacy-Kompetenzen eine zentrale Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe, den Zugang zu Bildungsangeboten sowie den Eintritt in den Arbeitsmarkt. Gerade Erwachsene mit Migrationshintergrund und unterbrochenen Bildungsbiografien verfügen jedoch häufig über begrenzte Erfahrungen mit formaler Bildung und stellen im Forschungskontext der sprachlichen Bildung bislang eine wenig untersuchte Zielgruppe dar.

Ziel des Projekts war es, Lernwege mehrsprachiger Erwachsener besser zu verstehen und daraus Ansätze für eine bedarfsgerechte Förderung abzuleiten. Im Mittelpunkt standen dabei insbesondere die mündlichen mehrsprachigen Ressourcen der Lernenden und ihre mögliche Nutzung für den Aufbau schriftsprachlicher Kompetenzen.

Hierfür wurden leitfadengestützte Interviews mit Studierenden eines Weiterbildungskollegs durchgeführt, die einen deutschen Schulabschluss nachholen wollten. Die qualitative Auswertung der Interviews ermöglichte Einblicke in Lernstrategien, Herausforderungen und sprachliche Praktiken der Teilnehmenden. Ergänzend wurden Lehrkräfte in Expert:inneninterviews befragt, um Perspektiven auf sprachsensiblen Unterricht und den Umgang mit sprachlicher Heterogenität zu erfassen.

Die Ergebnisse zeigen, dass Lernende im Alltag selbstverständlich mehrsprachig handeln, ihre vorhandenen sprachlichen Ressourcen jedoch kaum gezielt für Lernprozesse einsetzen. Gleichzeitig besteht auch auf Seiten der Lehrkräfte Unsicherheit hinsichtlich der konkreten Umsetzung mehrsprachigkeitsorientierter Unterrichtsansätze. Das Projekt verdeutlicht daher die Notwendigkeit, sowohl Lernende als auch Lehrende stärker für die Potenziale von Mehrsprachigkeit zu sensibilisieren und entsprechende didaktische Konzepte weiterzuentwickeln.

Weitere Informationen zum Projekt:

https://mercator-institut.uni-koeln.de/forschung-entwicklung/abgeschlossene-projekte/mehrlit

Mitgliedschaften und Positionen

  • Koordiator der Internationalen Forschungsstelle für Mehrsprachigkeit
  • Mitglied der International Association of Multilingualism (IAM)
  • Mitglied im Fachverband Deutsch als Fremd- und Zweitsprache (FaDaf)
  • Mitglied der Società italiana di Didattica delle lingue e Linguistica educativa (DILLE)
  • Alumni DAAD Italia (ADIT)

Lebenslauf

seit 2024
Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut
2019-2024
DAAD-Lektor für Deutsch als Fremdsprache, Universität La Sapienza (Rom, Italien)
2023
Promotion, Universität zu Köln. Titel der Dissertation: Biliteracy im Italienischen und im Deutschen. Mehrsprachige Kinder im Übergang zwischen bilingualer Grundschule und monolingualer weiterführenden Schule. Erstbetreuer: Prof. Dr. Hans-Joachim Roth, Universität zu Köln; Zweitbetreuerin: Prof. Dr. Katja F. Cantone-Altıntaș, Universität Duisburg-Essen
2021-2024
Lehrbeauftragter im Weiterbildungsstudium Deutsch als Zweitsprache, im Studiengang Lehrkräfte PLUS und im Pflichtmodul Deutsch als Zweitsprache, Universität zu Köln
2021
Lehrbeauftragter im B.A. Deutsch als Fremdsprache, Europa-Universität Flensburg
2016-2019
Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache, Universität zu Köln
2015-2016
Lehrkraft für Deutsch als Zweitsprache, Berlin
2014-2015
Lektor für Deutsch als Fremdsprache, Zhejiang-Universität (Hangzhou, China)
2013-2015
Doppelmaster in Deutsch als Fremdsprache/China-Studies, TU Berlin und Zhejiang-Universität (Hangzhou, China)
2009-2012
B.A. in Fremdsprachen und Literaturwissenschaften, Universität Bologna (Italien)

Publikationsliste