Rettung des Künstlichen. Die Grammatik der Kultur um 1700 (Monographie)
Die Rede vom ›Künstlichen‹ ist nicht erst seit den jüngsten Erfolgsgeschichten der KI in der Moderne allgegenwärtig. Während man aber intensiv über die Sachverhalte zu diskutieren pflegt, die als ›künstlich‹ (dis)qualifiziert werden, bleibt diese Bestimmung selbst fast immer unterbelichtet. Angesichts der Wort- und Sachgeschichte des Künstlichen, das lange stabil als Auszeichnung kultureller Fertigkeiten, ihrer Beherrschung und Verwendung gegolten hat, stellt sich deshalb die Frage: Wie und wo ist aus dem Künstlichen der negativ bewertete und definierte Widerpart des Natürlichen geworden? Die Antwort darauf findet man an bisweilen überraschenden Schauplätzen: Probleme dichterischer Darstellung, ein physikotheologisches Schöpfungsverständnis und neue Formen künstlerischer Naturnachahmung sind die Felder, auf denen das ›Künstliche‹ in den Jahrzehnten um 1700 nachhaltig neu bestimmt wird.