Zur Person

2017
Staatsexamen für gymnasiales Lehramt Deutsch und Latein
2018
Master of Arts, Schwerpunkt Germanistische Mediävistik
2018–2021
Promotion an der LMU München in der Neueren deutschen Literaturwissenschaft (summa cum laude)
2021–2022
Akademische Rätin a. Z. an der Universität Bielefeld, Fakultät für Literaturwissenschaft und Linguistik
2022
Walter-Benjamin-Programm (DFG): Eigene Stelle an der Humboldt-Universität zu Berlin
seit 10/2022
Akademische Rätin a. Z. an der LMU München
2024
Visiting Researcher an der New York University
seit 10/2024
Projektleitung im BMFTR-Projekt „Lost in Archives. Auf der Suche nach unsichtbaren Frauen im 18. Jahrhundert“

Forschung

  • 17.–20. Jahrhundert
  • Autobiographisches und dokumentarisches Schreiben
  • Dramentheorie und -geschichte
  • Editionswissenschaft und Archivstudien
  • Femmes de Lettres
  • Landschaft in der Literatur

  • Gegenwartsliteratur goes India – Indienbilder in der deutschen Literatur, historisch und aktuell (mit Exkursion nach Indien)
  • BMFTR-Förderlinie „Innovative Frauen im Fokus“: Lost in Archives. Auf der Suche nach unsichtbaren Frauen im 18. Jahrhundert.
    Es gibt das weit verbreitete Vorurteil, dass Frauen keine Dramen geschrieben hätten. Dabei gab es durchaus Schauspielerinnen, die sich auch als Regisseurinnen und Theaterleiterinnen betätigten. Sind manche von diesen noch einigermaßen sichtbar durch Theaterzettel und Regiebücher, so fielen zahlreiche Dramatikerinnen zumeist dem Vergessen anheim, obwohl ihre Stücke zeitgenössisch gerne gelesen und aufgeführt wurden, darunter beispielsweise Victoria von Rupps oder Caroline Pichlers Stücke. Sie publizierten teilweise unter Pseudonymen, um den Vorurteilen gegenüber Schriftstellerinnen zu entgehen. Auch heute, nachdem einige der Namen von Dramatikerinnen mittlerweile bekannt sind, gibt es kaum Editionen und Leseausgaben ihrer Werke, sodass ein Kanonisierungsprozess zu deren Nachteil entsteht. Die schlechtere Zugänglichkeit verbietet oftmals sowohl Lektüre als auch Forschungsanreiz. Nach ersten Vorarbeiten zeigt sich auch in diesem Bereich die Notwendigkeit, durch intensive Archiv- und Forschungsarbeit neue Zugänge zu den Schriftstellerinnen des Theaterwesens zu finden und dabei das gefundene Textkorpus sichtbar zu machen. Dass die Gattung des Dramas nur männlichen Autoren zugeschrieben wird, ist mit einem genauen Blick in die Quellen ein nicht haltbares Vorurteil. Einzig wurden Werke von Frauen zumeist weder weiter verbreitet noch im kulturellen Gedächtnis erhalten, sodass der Eindruck entsteht, es gäbe sie nicht. Wir gehen in die Archive, um die Dramatikerinnen wieder zu finden und wieder lesbar zu machen.

  • Staging Nature. Europäische Gartenarchitektur und Deutsches Theater 1775–1815 (Habilitationsprojekt)
    Das Projekt bewegt sich am Schnittpunkt von Deutscher Literatur, Gartenkunst und Theaterwissenschaft. Es deckt die Verbindungen von Gärten und dramatischer Literatur um 1800 auf und deutet systematisch die vielfältigen Funktionen beider: Jede Gartenform folgt eigenen Gesetzen, hat eigene Bedeutungen und zeigt das sich stets wandelnde Verhältnis von Mensch und Natur. Gärten sind Spiegel für politische, soziale und ästhetische Transformationen ihrer Zeit. Literatur beobachtet und reflektiert diese, sie partizipiert sogar an der Gestaltung der Gärten. Das Projekt verfolgt die Spuren dieser Umbrüche für die Kultur anhand von Gärten im Text und auf der Bühne.
    https://www.youtube.com/watch?v=32MbcALRkG0

  • Freiheits(w)orte (gem. mit Rebecca Thoss): Hochschulwettbewerb 2024
  • Extremereignis Kältewinter im 18. Jahrhundert. Spuren in der Literatur, Kultur und Wissenschaft (gem. mit Joana van de Löcht): Förderpreis für junge Aufklärungsforschung 2022
  • Walter-Benjamin-Projekt (DFG): Humanismusdebatten und Demokratisierungseffekte in Nachkriegszeitschriften (1945–1949)
  • Editionsprojekt im Rahmen der Dissertation: Walter Müller-Seidels fragmentarischer Erinnerungsbericht. Autobiographik und Wissenschaft im 20. Jahrhundert, Teil B: Walter Müller-Seidel: Zeitgeschichtliche Erinnerungen (1928–1958), abrufbar unter: 10.5282/ubm/data.289

Publikationen (Auswahl)

  • gem. mit Joana van de Löcht: Extremereignis ›Kältewinter‹ im 18. Jahrhundert. Spuren in der Literatur, Kultur und Wissenschaft. Berlin/Boston 2025 (Reihe Historical Catastrophe Studies).
  • gem. mit Sarah Nienhaus und Fabienne Steeger: Autobiografie und Archiv. Schwerpunktheft des Jahrbuchs des Freundeskreises der Monacensia 2024.
  • gem. mit Klaus Birnstiel: Schlesische Sprachreform, niederländische Netzwerke, pommerscher Petrarkismus. Neue Forschungen zu Sibylla Schwarz (1621–1638). Schwerpunktheft der Zeitschrift Daphnis 52 (2024).
  • Evaluation in den Geisteswissenschaften. Schwerpunktheft Zeitschrift für Germanistik NF XXXIII (2023), H. 1.
  • Walter Müller-Seidels fragmentarischer Erinnerungsbericht. Autobiographik und Wissenschaft im 20. Jahrhundert. Berlin: Peter Lang 2022 (Mikrokosmos 89).

  • Entnazifizierung und Tagebuch. Dolf Sternbergers Reisebericht aus Amerika (1948), in: Jens Krumeich/Sandra Schell (Hg.): Entnazifizierung und Reeducation. Kultur- und literaturgeschichtliche Perspektiven. Berlin/Boston 2025 (Untersuchungen zur deutschen Literaturgeschichte 182), S. 345–365.
  • Gärten als Schauplätze. Zur Inszenierung von Öffentlichkeit in Kleists ‚Prinz Friedrich von Homburg‘, in: Kleist-Jahrbuch 2024, S. 215–228.
  • Rurale Kulissen. Zum romantischen Raum in Georg Büchners Leonce und Lena, in: Claudia Stockinger (Hg.): Rurale Romantik, Schwerpunkt Zeitschrift für Germanistik NF XXXIV (2024), H. 3, S. 581–592.
  • Ein „weiblicher Werther“? Sophie von La Roches ‚Rosalie‘ und die Entstehungsgeschichte des ‚Werther‘, in: Frieder von Ammon/Alexander Košenina (Hg.): 250 Jahre Werther, Schwerpunkt Zeitschrift für Germanistik 34, H. 2 (2024), S. 311–323 [wieder abgedruckt in: Frieder von Ammon/Alexander Košenina (Hg.): 250 Jahre Werther. Hannover 2024, S. 43–57.]
  • Vertrauenswürdigkeit. Richter und Anwalt in Flugblättern des 17. Jahrhunderts, in: Pia Fuschlberger/Romana Kaske/Susanne Reichlin (Hg.): Seismographen der Krise. Jahrbuch für Kommunikationsgeschichte. Beiheft 1 (2024), S. 43–58 (gem. mit Herfried Vögel).

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Porträtfoto
Sunna Kroy, M.A.

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Projekt "Lost in Archives", Teilprojekt: Theaterwesen