Kommunikationskultur

Studieren heißt Austausch: In Seminaren, Sprechstunden und Fachschaftsgesprächen lernen Sie, Feedback zu nutzen, Ideen zu diskutieren und die Diskurskultur der Germanistik aktiv mitzugestalten.

Dozentengespräch

Der Einstieg in ein universitäres Studium bedeutet immer auch den Einstieg in eine fachspezifische Diskurs- und Kommunikationskultur, an der alle Mitglieder des Faches beteiligt sind: Studierende, Professor/-innen, wissenschaftliche Mitarbeiter/-innen, Tutor/-innen etc. Der Austausch zwischen den Mitgliedern des Faches ist integraler Bestandteil des Studiums: aus geteilter Neugierde und Interesse am gleichen Fach, als beständige Denk- und Diskursschulung, als wesentliche Formen von Wissensaneignung, -vermittlung und -herstellung. Und natürlich sind alle Mitglieder des Faches verantwortlich für das Gelingen dieses Austausches.

Was bedeutet das für Ihre Studienpraxis? Ein Beispiel:

Sie besuchen ein Seminar, der Austausch ist intensiv, als Prüfungsleistung schreiben Sie eine Hausarbeit. Im Notenspiegel erfahren Sie, Sie haben die Note 2,7. Sie nehmen das zur Kenntnis, tauschen sich vielleicht mit KommilitonInnen aus, schließen das Semester ab und das neue Semester beginnt.

Das Problem: Aus einer Note (gleich welcher) lässt sich nicht ablesen, warum man sie bekommen hat, was in der Hausarbeit gut war und was besser sein könnte.

Die Lösung: Ein wichtiger Schritt hat gefehlt, denn die Feedbackschleife zwischen Ihnen und dem/der Prüfenden wurde noch nicht geschlossen: Es fehlt der inhaltliche Austausch über die Arbeit, bspw. über die Forschungsfrage(n), die These(n), die Argumentation, die Quellen, die Forschungsliteratur, die Methode(n), die Formalia, die sprachliche Richtigkeit.

Ein Semester sollte inhaltlich nicht mit der Bekanntgabe der Noten, sondern mit Sprechstundenterminen zur Nachbesprechung der Prüfungen, insbesondere der Hausarbeiten, enden.

Sprechstunden und Dialog

Alle Lehrenden und die Fachstudienberatung stehen Ihnen mit regelmäßigen Sprechstunden als Ansprechpartner/-innen zur Verfügung. Sprechstunden der Lehrenden bieten die Möglichkeit zum individuellen Austausch auf fachlicher Ebene -- bspw. zur Vorbereitung von Referaten, der Verabredung von Themen für Seminararbeiten oder zur Nachbesprechung von Prüfungen. Sprechstunden finden persönlich, per Zoom oder Telefon statt. In jedem Fall aber klären Sie dies bitte mit dem jeweiligen Seminarleiter/der Seminarleiterin.

Zwei Empfehlungen aus der Erfahrung der Fachstudienberatung

1. Mündliche Kommunikation, ein echter Dialog ist besser, unkomplizierter und meistens erfolgreicher als ein Frage-Antwort-Spiel per E-Mail, deshalb (wenn möglich) bei inhaltlichen Fragen lieber Telefon oder Zoom als E-Mail wählen – oder noch besser: persönlich in die Sprechstunde kommen.

2. Bei inhaltlichen Problemen (z.B.: Welches Thema soll ich in meiner Hausarbeit bearbeiten?) sollten Sie neben der Frage immer auch mindestens eine mögliche Antwort mitbringen (z.B. eine Idee/Vorstellung zu dem Untersuchungsziel Ihres Vorhabens in der Hausarbeit, einen Themen-Vorschlag, vielleicht einen zweiten als Alternative).

Auch Gespräche in der Fachstudienberatung sind meistens zielführender und erfolgreicher, wenn Sie bereits selbst recherchiert haben und entsprechend gut vorbereitet in die Sprechstunden der Fachstudienberatung kommen.

Kommiliton/-innen und Fachschaft

Die Kommunikation zwischen Studierenden über Erfahrungen innerhalb des Faches, Fachteils, des eigenen Studiengangs in der Germanistik und darüber hinaus ist hilfreich bei der Orientierung und beim 'Ankommen' an der Universität. Das ist beispielsweise möglich vor Beginn oder nach Ende der eigentlichen Veranstaltung, durch Chat-Gruppen, über SocialMedia... Idealerweise vernetzen Sie sich auch mit Studierenden in höheren Fachsemestern – dabei kommt insbesondere der Fachschaft große Bedeutung zu.