Retexte en page: der lateinische Alexanderroman (FWF-Projekt)

Die Faszination Alexanders des Großen war auch im Mittelalter ungebrochen, seine Erzählungen wurden immer wieder neu erzählt. Jenseits der Editionen nehmen wir die Codices in den Blick: Welche Schwerpunkte setzt das lateinische Hochmittelalter? Material Philology trifft Historische Narratologie – für ein neues Verständnis des Alexanderromans.

Paris, Bibliothèque nationale de France, MS Latin 8865, fol. 71v

Aktuelles

"Epische Manuskripte: Erzählen von Alexander dem Großen im Mittelalter"
Fortbildung im Bildungshaus Schloss Puchberg, Österreich
Lukas Öttl, MEd und Prof. Dr. Katja Weidner richten am 23.02.2027 eine Fortbildung für Lehrerinnen und Lehrer aus.

Projektaufbau

Retexte en page untersucht alle Handschriftenzeugen des lateinischen Alexanderromans im 12. und 13. Jahrhundert.

Unser Handschriftenkorpus ergibt sich aus dem folgenden Textcorpus:

  • Julius Valerius, Res gestae Alexandri Macedonis
  • Epitoma Iulii Valerii
  • Leo Archipresbyter, Nativitas et victoria Alexandri
  • Historia de preliis, J1-2

Neben den Handschriftenzeugen des lateinischen Alexanderromans berücksichtigen wir außerdem die der 'kleineren' Texte:

  • Epistola Alexandri ad Aristotelem
  • Collatio Alexandri et Dindimi
  • Iter Alexandri ad paradisum
    ... und alle Paratexte.

Wir haben (Stand August 2026) bereits alle ca. 140 Codices autopsiert, darunter etliche Neufunde. Die Listen werden zeitnah in ARLIMA eingespeist; die Datenbank wird bei Projektende im Repositorium Open Data LMU publiziert.

Leipzig, UB, Rep. II 143 (Leihgabe Leipziger Stadtbibliothek), fol. 76r | © Public domain

Leithypothese:

Wir untersuchen die Handschriften des lateinischen Alexanderromans als Phänomene des Wiedererzählens auf der Seite.

Unsere Forschungsfragen:

  • Welche Schwerpunkte setzen die mittelalterlichen Codices in Text, Paratext und Gestaltung?
  • Mit welchen Texten wird Alexander in den mittelalterlichen Codices kombiniert?
  • Was sagt uns das ─ mit dem quantitativen Blick der digitalen Netzwerkanalyse ─ über das historische Gattungsverständnis?

Eine Auswahl unserer Ziele:

  • Autopsie und kotextuelle Untersuchung aller ca. 140 Handschriften (Stand 8/2026: abgeschlossen)
  • Netzwerkanalyse aller Handschriftenzeugen (geplant für 2027)
  • ausgewählte Fallstudien zu Text- und Überlieferungszeugen
  • eine Monographie zum "Interpolated Paradise" des Iter ad paradisum
  • Erstedition 'kleinerer' Alexandertexte und des Innsbrucker Alexander

Leipzig, UB, Rep. II 143 (Leihgabe Leipziger Stadtbibliothek), fol. 5v | © Public domain

Prof. Dr. Maria Adele Cipolla, Università degli studi di Verona (PI Digital Alexanderlied)

Dr. Laurent Brun, Les Archives de littérature du Moyen Âge ARLIMA

Dr. Gustavo Fernández Riva, Universität Heidelberg (DH)

Prof. Dr. Catherine Gaullier-Bougassas, Université de Caen Normandie (PI ERC-Projekt Agrelita)

Prof. Dr. Rabea Kohnen, Universität Münster (Mediävistische Germanistik)

Dr. Maria Theisen, ÖAW (Mittelalterliche Kunstgeschichte)

Prof. Dr. Hartmut Wulfram, Universität Wien (Neulateinische und Klassische Philologie)

Leipzig, UB, Rep. II 143 (Leihgabe Leipziger Stadtbibliothek), fol. 65r | © Public domain

Stand der Datenbank:

  • 08/2026: Die Datensammlung und kotextuelle Untersuchung aller Handschriftenzeugen ist abgeschlossen.

Veranstaltungen und Präsentationen:

  • "Kotextualität als Interpretament. Mit einem Rechenbeispiel aus dem lateinischen Alexanderroman", Vortrag K. Weidner, Workshop „Zahlreiche Erzählungen“ des ERC-Projekts Arithmetic, 28.11.2025.
  • Gastseminar “The Latin Alexander Romance: Case Studies from Austria and HAB Wolfenbüttel", Sommerschule “Beyond Cloister Walls”, K. Weidner, HAB Wolfenbüttel, 04.-05.08.2025
  • Bibliotheksexkursion in die Österreichische Nationalbibliothek: Die Alexanderhandschriften der ÖNB, K. Weidner, 16.05.2026
  • Lehrveranstaltung "Handschriftenlektüre: der lateinische Alexanderroman", Sommersemester 2025, K. Weidner, Universität Wien
  • "Transmission Dynamics of the Latin Alexander", Gastvortrag K. Weidner, CEU, 25.02.2025.

Presse und Öffentlichkeit:

Das Projekt läuft von 03/2025 bis 02/2029, finanziert durch den FWF. Zum April 2026 ist das Projekt von der Universität Wien an die LMU München übersiedelt.

Leipzig, UB, Rep. II 143 (Leihgabe Leipziger Stadtbibliothek), fol. 65r | © Public domain

Team

Elena Alexa Riepl
Elena Alexa Riepl, B.A.

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Projektmitarbeiterin im FWF-Projekt Retexte en Page: der lateinische Alexanderroman, 12./13. Jh.

Lukas Öttl, MEd

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Projektmitarbeiter im FWF-Projekt Retexte en Page: der lateinische Alexanderroman, 12./13. Jh.

Katja Weidner
Prof. Dr. Katja Weidner

Lehrstuhl für Lateinische Philologie des Mittelalters

Veronika Wladika, BEd

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Lehrstuhl für Lateinische Philologie des Mittelalters | Prof. Dr. Katja Weidner

Förderinstitution