Prof. Dr. Friedrich Vollhardt

Lehrstuhl für Neuere deutsche Literaturwissenschaft

Institut für Deutsche Philologie

Emeritus

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Postanschrift:

Schellingstraße 3

80799 München

Zur Person

1993
C 4-Professur für Neuere deutsche Literatur an der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg
1995
C 4-Professur für Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Justus-Liebig-Universität Gießen
2004
Ernennung zum Ordinarius an der LMU München mit dem Schwerpunkt „Literatur der Frühen Neuzeit“
2006
Vorstand des SFB 573 "Pluralisierung und Autorität in der Frühen Neuzeit (15.-17. Jahrhundert)"; Teilprojekt B 7: "Gelehrtenkultur und religiöse Pluralisierung: Praktizierte Toleranz im Umgang mit heterodoxen Positionen um 1600"
2009
Sprecher des Internationalen Doktorandenkolleg „Textualität in der Vormoderne“ (Elitenetzwerk Bayern) an der LMU München
2011–2016
Mitglied der Wissenschaftlichen Kommission Niedersachsen
2012/2013
Senior Researcher in Residence am Center for Advanced Studies an der LMU München
2013
Leiter des Teilprojekts 7 [ab 2016 Teilprojekt 8] der DFG-Forschergruppe 1986 „Natur in politischen Ordnungsentwürfen: Antike – Mittelalter – Frühe Neuzeit“

Forschung

  • Makroepoche der Frühen Neuzeit
  • Literatur- und Wissenschaftsgeschichte
  • Klassische Moderne
  • Literaturtheorie und Ästhetik

  • Frühe Neuzeit in Deutschland 1620-1720. Literaturwissenschaftliches Verfasserlexikon (VL 17): Das VL 17 setzt die bislang drei umfangreichen Verfasserlexika (zu Mittelalter, Humanismus sowie zum Zeitraum 1520–1620) fort. Das Lexikon wird die Literatur- und Wissensgeschichte des 17. und beginnenden 18. Jahrhunderts neu erschließen und die jeweiligen sozialen, politischen, regional-, bildungs-, konfessions- und traditionsgeschichtlichen sowie allgemein kulturellen Zusammenhänge in ihrer Bedeutung für die literarische Produktion rekonstruieren.

  • SFB Pluralisierung und Autorität in der Frühen Neuzeit (15.-17. Jahrhundert); Teilprojekt B 7: Gelehrtenkultur und religiöse Pluralisierung: Praktizierte Toleranz im Umgang mit heterodoxen Positionen um 1600
    Ausgehend von der Darstellung religiöser Nonkonformismen in der Historia literaria untersucht das Projekt Prozesse religiöser Pluralisierung und Formen des pragmatischen Umgangs mit heterodoxen und dissidenten Positionen in der gelehrten Kommunikation um 1600. Am Beispiel eines Netzwerks von Gelehrten, die dem Antitrinitarismus zuneigten, sollen Ausdrucksformen im Spannungsfeld pluralisierter Wahrheitsansprüche zwischen Theologie, Philosophie und Medizin analysiert und die Strategien erschlossen werden, mit denen die Beteiligten das Gegen- und Nebeneinander ihrer religiösen (Nicht-)Zugehörigkeiten rechtfertigten und in einem antagonistischen Zusammenspiel provisorische Lösungen aushandelten.
  • Frühe Neuzeit in Deutschland 1520-1620. Literaturwissenschaftliches Verfasserlexikon (VL 16): Das VL 16 wird den Zeitraum zwischen Reformation und Dreißigjährigem Krieg, in den Autoren wie Johann Fischart, Nicodemus Frischlin, Konrad Gessner, Paulus Melissus Schede, Hans Sachs oder Jörg Wickram gehören, durch Artikel über alle Autoren, die führend am literarischen Leben der Zeit beteiligt sind, sowie über anonyme Werke, die Bedeutung für das literarische Leben der Zeit haben (Faustbuch, Lalebuch etc.) erstmals als Ganzes gleichmäßig und verlässlich zugänglich machen.
  • Natur als Argument in juridischen Diskursen und literarischen Imaginationen des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit (Teilprojekt TP 7 der DFG-Forschergruppe 1986 – "Natur in politischen Ordnungsentwürfen: Antike - Mittelalter - Frühe Neuzeit"): Das rechts- und literarhistorische Teilprojekt untersucht sowohl den epistemischen Neuansatz, wie er mit der naturrechtlichen Systembildung seit dem frühen 17. Jahrhundert erfolgt, als auch das innovative Potential, das in den Begriffsbestimmungen der Juristen seit dem späten Mittelalter enthalten ist und auf die neuzeitliche politische wie juridische Systembildung vorausweist. (https://www.for1986.uni-muenchen.de/erste-foerderphase/naturrecht/teilprojekt-7/index.html).
  • Natur als Argument in juridischen Diskursen und literarischen Imaginationen von der Frühen Neuzeit bis zur Aufklärung (Teilprojekt TP 8 der DFG-Forschergruppe 1986 – "Natur in politischen Ordnungsentwürfen: Antike - Mittelalter - Frühe Neuzeit"): Das rechts- und literarhistorische Projekt untersucht den epistemischen Neuansatz, wie er mit der naturrechtlichen Systembildung seit dem frühen 17. Jahrhundert erfolgt. In der zweiten Förderperiode wird dementsprechend die Korrelation zwischen dem juristisch-naturrechtlichen Diskurs und gesellschaftsethischen Reflexionen im frühen 18. Jahrhundert untersucht und bis in die Zeit um 1790 verfolgt. (https://www.for1986.uni-muenchen.de/zweite-foerderphase/teilprojekt-8/index.html)

Publikationen (Auswahl)

Monografien:

  • Gotthold Ephraim Lessing. Epoche und Werk. Göttingen: Wallstein 2018.
  • Selbstliebe und Geselligkeit. Untersuchungen zum Verhältnis von naturrechtlichem Denken und moraldidaktischer Literatur im 17. und 18. Jahrhundert. Tübingen: Niemeyer 2001 (Communicatio Bd. 26).
  • Hermann Brochs geschichtliche Stellung. Studien zum philosophischen Frühwerk und zur Romantrilogie "Die Schlafwandler" (1914-1932). Tübingen: Niemeyer 1986 (Studien zur deutschen Literatur Bd. 88).

Herausgeberschaften:

  • [Hrsg. zusammen mit Susanne Lepsius und Oliver Bach:] Zwischen äußerem Zwang und innerer Verpflichtung. Positionen aus Recht und Literatur in der Aufklärung. Berlin: Erich Schmidt 2024 (Abhandlungen zur rechtswissenschaftlichen Grundlagenforschung Bd. 106).
  • [Hrsg. zusammen mit Cornelia Ortlieb:] Friedrich Heinrich Jacobi (1743-1819). Romancier - Philosoph - Politiker. Berlin, Boston: Walter de Gruyter 2021 (Werkprofile Bd. 19).
  • [Hrsg. zusammen mit Wilhelm Schmidt-Biggemann:] Ideengeschichte um 1600. Konstellationen zwischen Schulmetaphysik und hermetischer Spekulation. Stuttgart-Bad Cannstatt: frommann-holzboog 2017 (problemata Bd. 158).
  • Gotthold Ephraim Lessing: Laokoon oder Über die Grenzen der Malerei und Poesie. Studienausgabe. Hg. von Friedrich Vollhardt. Stuttgart: Reclam 2012 (Universal-Bibliothek 18865).
  • Felix Hausdorff: Gesammelte Werke. Band VIII: Literarisches Werk. Hg. von Friedrich Vollhardt und Udo Roth. Berlin, Heidelberg: Springer 2010.
  • "Heinrich Rickert: Kulturwissenschaft und Naturwissenschaft. Mit Anmerkungen und einem Nachwort. Stuttgart: Reclam 1986 (Universal-Bibliothek 8356)".

  • Woran denkt Mademoiselle Ferrand? Zu einigen Aspekten der Newton-Rezeption im 18. Jahrhundert. In: Interpretationen der Aufklärung. Hg. von Marion Heinz, Dieter Hüning, Stefan Klingner und Udo Roth. Berlin, Boston: Walter de Gruyter 2025, S. 333–358.
  • "Nah ist / Und schwer zu fassen der Gott." Friedrich Hölderlins Hymne Patmos in den philosophisch-theologischen Kontexten der Zeit um 1800. In: Migrationen der Lyrik um 1300 und um 1800. Hg. von Susanne Reichlin. Stuttgart: Metzler 2025, S. 229-252.
  • Das Ende der Höllenstrafen. Friedrich Nicolais Sebaldus Nothanker und das beredte Schweigen Gotthold Ephraim Lessings. In: Satiren der europäischen Aufklärung. Jörg Schönert zum 80. Geburtstag. Hg. von Gideon Stiening und Friedrich Vollhardt. Berlin, Boston: Walter de Gruyter 2025 (Frühe Neuzeit, Bd. 264), S. 145-164.
  • [Rezension] Erhard Schüttpelz, Deutland. 2023. In: Arbitrium 42 (2024), S. 255-261. https://doi.org/10.1515/arb-2024-0073.
  • Paradoxien der Freiheit. Überlegungen im Blick auf Goethes Egmont. In: Zwischen äußerem Zwang und innerer Verpflichtung. Positionen aus Recht und Literatur in der Aufklärung. Hg. von Susanne Lepsius, Friedrich Vollhardt und Oliver Bach. Berlin: Erich Schmidt 2024 (Abhandlungen zur rechtswissenschaftlichen Grundlagenforschung, Bd. 106), S. 219-240.