Neuberufen: Prof. Valentin Hofmann
12.03.2026
Prof. Valentin Hofmann wurde zum 01.03.2026 auf die W1-Professur für Informations- und Sprachverarbeitung mit Methoden der Künstlichen Intelligenz berufen.
12.03.2026
Prof. Valentin Hofmann wurde zum 01.03.2026 auf die W1-Professur für Informations- und Sprachverarbeitung mit Methoden der Künstlichen Intelligenz berufen.
© Valentin Hofmann
Prof. Valentin Hofmann forscht am Centrum für Informations- und Sprachverarbeitung im Bereich der Computerlinguistik und künstlichen Intelligenz. Zum Start an der Fakultät beantwortet er fünf Fragen:
1. Nennen Sie fünf Stichworte, die Sie als Forscher/in und Ihre Themen beschreiben.
Computerlinguistik – Maschinelle Sprachverarbeitung – Computergestützte Sozialwissenschaft – Künstliche Intelligenz – Large Language Models
2. Wo waren Sie zuletzt tätig? Welche Aspekte an der LMU und der Fakultät 13 haben Sie besonders überzeugt?
Zuletzt war ich als Postdoc am Allen Institute for AI und an der University of Washington tätig, wo ich zu verschiedenen Themen rund um die Entwicklung von Large Language Models (LLMs) geforscht habe.
Da die Computerlinguistik ein inhärent interdisziplinäres Fach ist, haben mich an der LMU insbesondere die vielfältigen Kooperationsmöglichkeiten angesprochen – sowohl mit den Forschenden im Bereich des maschinellen Lernens und der künstlichen Intelligenz, etwa am MCML, als auch mit den renommierten Sprachwissenschaftlerinnen und Sprachwissenschaftlern innerhalb der Fakultät 13. Darüber hinaus ist München insgesamt ein exzellenter Standort für computerlinguistische Forschung, mit einer Vielzahl einschlägiger Forschungseinrichtungen und Unternehmen.
3. Was sind Ihre aktuellen Forschungsschwerpunkte bzw. welche Forschungsvorhaben wollen Sie in nächster Zeit umsetzen?
Ich interessiere mich für die Frage, wie Erkenntnisse aus den Sprachwissenschaften genutzt werden können, um Systeme der maschinellen Sprachverarbeitung – etwa LLMs – zu verbessern. In diesem Zusammenhang werde ich mich in den kommenden Jahren auf zwei Themenkomplexe konzentrieren: Zum einen möchte ich neue Methoden der Tokenisierung erforschen, also der automatisierten Segmentierung von Text, die vor der eigentlichen Verarbeitung durch ein LLM stattfindet und weitreichende Konsequenzen für das Modellverhalten hat. Zum anderen möchte ich untersuchen, wie LLMs während der Trainingsphase sprachliche Variation (z.B. Dialekte) erlernen, welche Stereotype sie mit sprachlicher Variation assoziieren und wie solche Stereotype verhindert werden können.
4. Was begeistert Sie an Ihrem Fach besonders?
Die Computerlinguistik ist ein Fach von außerordentlicher thematischer Vielfalt: Mathematik, Linguistik, Jura, Medizin, Philosophie – kaum ein Bereich der Wissenschaft scheint keine Anknüpfungspunkte für computerlinguistische Forschung zu bieten. Diese Breite ist einerseits herausfordernd, da es nahezu unmöglich ist, in allen Teilbereichen gleichermaßen auf dem neuesten Stand zu sein; andererseits sehe ich in dieser Breite einen großen Vorzug, weil sie die Möglichkeit eröffnet, innerhalb eines Faches ganz unterschiedlichen Neigungen und Interessen nachzugehen.
5. Was ist Ihnen in der Lehre und Nachwuchsförderung besonders wichtig?
In der Lehre und Nachwuchsförderung ist es mir ein zentrales Anliegen, Studierende frühzeitig an Forschung heranzuführen. Die Computerlinguistik hat sich in den vergangenen Jahren infolge des bahnbrechenden Erfolgs von LLMs tiefgreifend gewandelt, woraus zahlreiche neue Forschungsfelder hervorgegangen sind. Diese Dynamik eröffnet Studierenden die Chance, sich rasch in aktuelle Fragestellungen einzuarbeiten und eigene Forschungsbeiträge zu leisten. Deshalb versuche ich, in meinen Lehrveranstaltungen gezielt Themen aus der aktuellen Forschung aufzugreifen und engagierten Studierenden die Mitarbeit an laufenden Forschungsprojekten zu ermöglichen.
Weitere Informationen zu Prof. Hofmann finden Sie auf seiner Personenseite.