Neuberufen: Prof. Dr. Verena Schulz
01.04.2026
Prof. Dr. Verena Schulz wurde zum 01.04.2026 auf die W3-Professur für Lateinische Philologie der Antike berufen.
01.04.2026
Prof. Dr. Verena Schulz wurde zum 01.04.2026 auf die W3-Professur für Lateinische Philologie der Antike berufen.
© David Klein
Prof. Dr. Verena Schulz forscht am Institut für Griechische und Lateinische Philologie im Bereich der Lateinischen Philologie der Antike. Zum Start an der Fakultät beantwortet sie fünf Fragen:
1. Nennen Sie fünf Stichworte, die Sie als Forscher/in und Ihre Themen beschreiben.
Rhetorik, Geschichtsschreibung, antike Literatur und Kulturen, Verbindung zu heute, Neugierde
2. Wo waren Sie zuletzt tätig? Welche Aspekte an der LMU und der Fakultät 13 haben Sie besonders überzeugt?
Zuletzt habe ich fünf ertragreiche und wunderschöne Jahre an der zahlenmäßig eher kleinen KU Eichstätt-Ingolstadt verbracht. An der LMU und der Fakultät 13 hat mich die große Vielfalt der Fächer mit allen Möglichkeiten zur Zusammenarbeit überzeugt. In jedem Austausch mit Kolleginnen und Kollegen kann man etwas Neues lernen.
3. Was sind Ihre aktuellen Forschungsschwerpunkte bzw. welche Forschungsvorhaben wollen Sie in nächster Zeit umsetzen?
Drei Vorhaben liegen mir gerade besonders am Herzen. (1) Aufbauend auf meinem DFG-Heisenbergprojekt zu Formen des Vergessens in der römischen Literatur schreibe ich eine Monographie, in der es um das Vergessen (bei Individuen und sozialen Gruppen) und die Auseinandersetzung in der Literatur damit geht: Wie befasst sich Literatur mit dem Vergessen und wie trägt Literatur selbst zum Vergessen bei? (2) In einem wissenschaftlichen DFG-Netzwerk gehe ich mit Kolleginnen und Kollegen aus der Klassischen Philologie, der Philosophie, Rechtsgeschichte, Alten Geschichte, Allgemeinen Rhetorik und Journalistik der Frage nach, warum das Brechen von Regeln in der Rhetorik manchmal besonders erfolgreich ist. Unseren Austausch über die Fachgrenzen hinweg werden wir mit einer Konferenz, einem Band und einer Podcastreihe fortsetzen. (3) Großen Spaß macht mir das Schreiben einer neuen Geschichte der römischen Literatur, die für ein breiteres Publikum gedacht ist. Sie ist neu, weil sie eher erzählend ist und ganz chronologisch vorgeht vom Anfang der römischen Literatur bis ins 2. Jh. n. Chr.
4. Was begeistert Sie an Ihrem Fach besonders?
Die Momente, in denen man versunken in einen lateinischen Text, der zunächst dunkel bleibt, erahnt und beginnt, ihn zu verstehen: Wenn man, was vorher nur kompliziert, schwierig und vielleicht sogar störend war, plötzlich zu schätzen weiß – und vielleicht sogar das Gefühl bekommt, jemand habe vor rund 2000 Jahren genau die richtigen Worte gefunden, um jetzt zu mir zu sprechen.
5. Was ist Ihnen in der Lehre und Nachwuchsförderung besonders wichtig?
Deutlich zu machen, dass Lehrende auch immer noch dazulernen und nur ein Stück weiter sind in diesem Lernprozess als diejenigen, die gerade erst beginnen; sich bewusst zu machen, wie schwierig alle Anfänge im Lernen (von Grammatik bis Interpretation, von Abstract schreiben bis Projektantrag stellen) sind; mit guter Vorbereitung und viel Klarheit alle zu unterstützen, die sich für das gleiche Fach interessieren oder gar begeistern.
Weitere Informationen zu Prof. Dr. Schulz finden Sie auf ihrer Personenseite.