Neuberufen: Prof. Dr. Elisa Ronzheimer
01.10.2026
Prof. Dr. Elisa Ronzheimer wurde zum 01.10.2026 auf die W2-Professur für Neuere deutsche Literaturwissenschaft berufen.
01.10.2026
Prof. Dr. Elisa Ronzheimer wurde zum 01.10.2026 auf die W2-Professur für Neuere deutsche Literaturwissenschaft berufen.
© Philipp Ottendörfer
Prof. Dr. Elisa Ronzheimer forscht am Institut für Deutsche Philologie im Bereich der Neuere deutsche Literaturwissenschaft. Zum Start an der Fakultät beantwortet sie fünf Fragen:
1. Nennen Sie fünf Stichworte, die Sie als Forscher/in und Ihre Themen beschreiben.
Stil, Rhythmus, Ästhetik, Lyrik, Virtuosität
2. Wo waren Sie zuletzt tätig? Welche Aspekte an der LMU und der Fakultät 13 haben Sie besonders überzeugt?
Zuvor war ich als Akademische Rätin im Fachbereich Literaturwissenschaft der Universität Bielefeld tätig. An der LMU und vor allem der Fakultät 13 begeistert mich die Vielfalt der Philologien. Die Nähe zu philologischer Forschung aus ganz verschiedenen Sprach- und Kulturkreisen schafft optimale Voraussetzungen für interdisziplinäres und komparatistisches Arbeiten.
3. Was sind Ihre aktuellen Forschungsschwerpunkte bzw. welche Forschungsvorhaben wollen Sie in nächster Zeit umsetzen?
Zurzeit arbeite ich an der Fertigstellung meines Habilitationsprojekts, das sich mit literaturwissenschaftlichen Theorien des Stils in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts befasst. Stil ist für die Literaturwissenschaft ein problematischer Gegenstand: einerseits unmittelbar evident und ästhetisch erfahrbar, andererseits methodisch nur schwer zu greifen. Ich untersuche, was aus dem leitenden Konzept einer interdisziplinären Geisteswissenschaft, das in den 1910er und 1920er Jahren florierte, im Laufe des 20. Jahrhunderts geworden ist. Ein Thema, mit dem ich mich in Zukunft beschäftigen möchte, ist Virtuosität als literarische, aber auch medienkulturelle Praxis. Jemanden ‚virtuos‘ zu nennen, ist oft ein zweischneidiges Kompliment: Es lobt künstlerische und technische Meisterschaft, insinuiert aber eine gewisse Substanzlosigkeit, wenn nicht gar moralische Fragwürdigkeit. Ich möchte erforschen, ob die Literatur und Kunst der Gegenwart sich als eine ambivalent codierte virtuose Medienpraxis fassen lassen, wie sie sich im 19. Jahrhundert ausgebildet hat. Außerdem interessiere ich mich sehr für Gegenwartslyrik – dafür ist München mit seiner lebendigen Literaturszene ein idealer Ausgangspunkt.
4. Was begeistert Sie an Ihrem Fach besonders?
Was Menschen mit Sprache alles machen können – also die kreative Arbeit an und mit der Sprache, die wir an literarischen Texten beobachten, die aber auch von uns als Literaturwissenschaftler:innen gefordert ist. Und mich begeistert die Möglichkeit, durch Literatur in unbekannte Welten einzutauchen, Alterität zu erfahren – sowohl im räumlichen als auch im zeitlichen Sinne.
5. Was ist Ihnen in der Lehre und Nachwuchsförderung besonders wichtig?
Von Studierenden und jungen Wissenschaftler:innen etwas zu lernen. Ich sehe die Zusammenarbeit mit ihnen nicht als Einbahnstraße, sondern als Möglichkeit, meinen eigenen Horizont zu erweitern. Gerade angesichts des Wandels unserer Schreib- und Lesetechnologien gibt es da viel gemeinsam zu entdecken. Die Kompetenzen in der Textarbeit, über die wir als Literaturwissenschaftler:innen verfügen, sind vor diesem Hintergrund wichtiger denn je – das möchte ich Studierenden auch gern mit auf den Weg geben.
Weitere Informationen zu Prof. Dr. Ronzheimer finden Sie auf ihrer Personenseite.