Prof. em. Dr. Dietrich Krusche
Professor für Deutsch als Fremdsprache
Institut für Deutsch als Fremdsprache
Emeritus
Professor für Deutsch als Fremdsprache
Institut für Deutsch als Fremdsprache
Emeritus
Wir trauern um Dietrich Krusche, der am 28. März 2025 im Alter von 90 Jahren verstorben ist.
Dietrich Krusche war von 1982 bis 1997 Professor für Literaturwissenschaft am Institut für Deutsch als Fremdsprache der Ludwig-Maximilians-Universität München und maßgeblich am Aufbau des Instituts und des Faches Deutsch als Fremdsprache beteiligt. Am Münchner Institut und weit darüber hinaus hat er den Bereich der Interkulturellen Hermeneutik aufgebaut, u.a. als Mitbegründer der „Gesellschaft für interkulturelle Germanistik“ und als Mitinitiator und langjähriger Mitherausgeber des Jahrbuchs Deutsch als Fremdsprache. 1995 wurde er Mitglied in der Bayerischen Akademie der Schönen Künste.
An seinem umfangreichen Schriftenverzeichnis fällt auf, dass es literaturwissenschaftliche Publikationen, die erkenntnisleitende Reflexion von Literatur, gleichermaßen enthält wie literarische Texte, das Schreiben von Literatur. Beides hat er kontinuierlich betrieben und nie aufgegeben. So sind wichtige Werke, in denen er seine, auch von der Linguistik inspirierten, literaturtheoretischen Überlegungen ausgearbeitet hat, in den 2000er Jahren entstanden, „Zeigen im Text“ (2001) und „Das Ich-Programm“ (2010). Sein literarisches Werk umfasst verschiedene Gattungen und Genres; es beginnt 1961 mit dem Roman „Das Experiment oder die Fahrt nach Hammerfest“ und reicht mit Absprung. Eine Geschichte“ bis 2024. Er wurde auch von der Gruppe 47 wahrgenommen und nahm 1964 an der Tagung im schwedischen Sigtuna teil.
In den 1960er Jahren war Dietrich Krusche als Lektor an den Universitäten in Peradeniya/Sri Lanka und Okayama/Japan tätig. Diese Erfahrungen waren wichtig für sein Selbstverständnis als akademischer Lehrer im Bereich Deutsch als Fremdsprache sowie für seine wissenschaftliche Tätigkeit und sein literarisches Œuvre. Nach der Veröffentlichung von ersten Übersetzungen japanischer Haiku ins Deutsche 1968, gab er 1970 eine bis inzwischen in 20 Auflagen erschienene Haiku-Anthologie heraus.
In Erinnerung bleibt Dietrich Krusche nicht zuletzt als außergewöhnlicher akademischer Lehrer. In seinen dialogisch angelegten Vorlesungen, Seminaren und Kolloquien hat er die Studierenden gleichberechtigt in der wissenschaftlichen Erkenntnissuche und in der Auseinandersetzung mit literarischen Texten verstanden. Viele haben sich davon inspirieren lassen.
Dietrich Krusche hat in einer besonderen, keineswegs universitär-alltäglichen Weise anregend, ja prägend auf die gewirkt, die Begegnungen mit ihm als akademischem Lehrer und als universitärem Kollegen erfahren haben. Solche Anregungen wirken vielfältig fort.