Von der Schule an die Universität

Der Beginn eines Germanistik-Studiums an der LMU bedeutet den Eintritt in eine neue Lernwelt: Anders als in der Schule geht es nicht nur um die Aufnahme von Wissen, sondern auch um Herstellung neuen Wissens, also um Forschung. Selbstständigkeit und wissenschaftliche Neugier stehen im Mittelpunkt des Studiums.

Personen in einem Gruppenarbeitsraum im Philologicum

Wissensvermittlung und Wissensherstellung

Ein neuer Lernort

Der Wechsel zur Universität ist ein Weltenwechsel. Er liegt in der unterschiedlichen Funktion der beiden Bildungsstätten begründet. Zusammengefasst lässt sich der Unterschied zur Schule so auf den Punkt bringen: Die Schule vermittelt Wissen, die Universität vermittelt Wissen UND stellt es her.

Vor allem aus dieser Gleichzeitigkeit von Wissensvermittlung und Wissensherstellung speisen sich dann auch alle anderen Unterschiede zwischen Schule und Universität, sowohl was die Organisation und Verwaltung anbelangt, als auch den "Betrieb" von Wissenschaft und Lehre.

Organisation

Sie merken das z.B. daran, dass die Universität eigene, selbstverwaltete Ämter hat, z.B. die Studierendenkanzlei zur Immatrikulation/Einschreibung aller Studierenden; die Prüfungsämter zur Verwaltung Ihrer erbrachten Studienleistungen; und z.B. dadurch, dass verwandte Fächer in Fakultäten zusammengefasst sind.

Studienstruktur

Und Sie merken es auch daran, dass Sie z.B. nicht mehr in Klassenverbünden Ihre Bildung durchlaufen, sondern über einen Zeitraum von ca. 3-4 Jahren, innerhalb von ca. 6-8 Semestern in einem Studiengang ein Fach studieren, nur ergänzt durch ein Nebenfach, ein zweites Hauptfach oder eine Nachbardisziplin.

Fokus auf das Fach

Der Fokus liegt also auf der Professionalisierung in diesen ein/zwei Fächern, in unserem Fall auf die Germanistik, ganz gleich, ob Sie einen germanistischen Lehramtsstudiengang (Unterrichtsfach Deutsch) oder den Bachelor-Studiengang Germanistik gewählt haben. Das Fach also steht im Vordergrund, seine Erforschung und seine Vermittlung, die einzelne Disziplin, mit all ihren Aspekten, in ihrer gesamten Breite.

Fachkultur

In unserem Fall sind wir alle Germanisten, die Studierenden und die Wissenschaftler/-innen/Dozierenden. Sowohl das "Studium des Faches als Studierende" als auch das "Studium des Faches als Wissenschaftler/-innen/Dozierende" ist am Fachgegenstand Germanistik ausgerichtet. Die dadurch entstandene Fachkultur schlägt sich in Wissenschaft und Lehre nieder. Das bedeutet einerseits z.B. Aneignung, Kenntnis und Verwendung von fachspezifischen Arbeitsstandards und andererseits ein hohes Maß an Freiheit, sowohl was die Ausrichtung der fachwissenschaftlichen Forschung anbelangt als auch, was das Studieren des Faches, also das Studium in der Praxis anbelangt, Ihren Studiumsalltag.

Eigenverantwortliches Studieren

Auch hierin besteht ein wesentlicher Unterschied zur Schule: Es gibt z.B. keine festen Stundenpläne, sondern: Jeder germanistische Studiengang bildet einen formalen Rahmen, den Sie inhaltlich individuell füllen können und müssen. Die Entscheidung hierüber treffen Sie eigenverantwortlich aber nicht beliebig und damit unter drei Aspekten, die zusammenwirken:

  • orientiert an der formalen Struktur Ihres jeweiligen germanistischen Studiengangs;
  • orientiert an einem breiten Kenntniserwerb des Faches;
  • geleitet von Ihrer individuellen Neugierde an spezifischen Bereichen, Themen, Fragen des Faches.

Diese Entscheidungen treffen Sie mit der Wahl der Seminare und Vorlesungen (zusammengefasst in Module), die Sie jedes Semester im Vorlesungsverzeichnis der LMU finden. Sich z.B. damit auszukennen, und also mit der Verwaltungsplattform LSF/Studium-Lehre-Forschung, ist eine Bedingung, damit das hohe Maß an Freiheit, das die Universität bietet, wirksam werden kann und Sie mit zunehmender Neugierde und Freude das Fach studieren und den Studiengang erfolgreich abschließen.

Was Sie mitbringen sollten

Wer Germanistik studiert, sollte über hervorragende Kenntnisse der deutschen Sprache verfügen und Freude am gründlichen Lesen mitbringen. Gute Grundkenntnisse der europäischen Kulturtraditionen sind ebenso hilfreich wie die Lust auf intellektuelle Herausforderungen.

Formale Voraussetzungen

Der BA Germanistik und das Unterrichtsfach Deutsch im Lehramt setzen formal nur die Hochschulzugangsberechtigung voraus.