Jule Stadtland, M. A.

Doktorandin

Institut für Deutsche Philologie

Büroadresse:

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Raum 1010

80799 München

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Porträt von Jule Stadtland

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Zur Person

2018–2021
Bachelor Germanistik mit Nebenfach Pädagogik/Bildungswissenschaften an der LMU München
2021–2024
Studentische Hilfskraft im Internationalen Doktorandenkolleg (IDK) Philologie
2021–2024
Master Germanistische Literaturwissenschaft an der LMU München
2022–2025
Bachelor Skandinavistik an der LMU München
8/2024–12/2024
Auslandssemester an der Universität Bergen in Norwegen
seit 4/2025
Doktorandin im Promotionsprogramm des Zentrums für Mittelalter- und Renaissancestudien (ZMR) der LMU
seit 4/2025
Assoziierte Doktorandin im Graduiertenkolleg 2845 „Family Matters. Figuren der Ent-Bindung

Forschung

Promotionsprojekt: Die Feenfigur der tabubelasteten Feenliebe als Mutter, Tochter, Schwester und Ehefrau

Die Dissertation untersucht die familiäre Einbindung übernatürlicher Frauenfiguren in der mittelhochdeutschen und altnordischen Literatur. Ausgehend vom Modell der „gestörten Mahrtenehe“ werden im Projekt Erzählmuster analysiert, in denen die soziale Position der Frau – Mutter, Tochter, Schwester oder Ehefrau – mit einer magiebegabten Figur besetzt wird. Im Zentrum steht die Frage, wie diese literarischen Substitutionen zur diskursiven Reflexion über Familienmodelle, Geschlechterrollen und soziale Ordnungen im mittelalterlichen Kontext beitragen.

Mittels einer komparatistischen Analyse ausgewählter Texte wie Partonopier und Meliur, dem Ritter von Staufenberg oder der Königin vom brennenden See sowie altnordischer Erzählungen wie der Ragnars saga loðbrokar, Helga þáttr Þórissonar oder der Gibbons saga werden verschiedene narrative Funktionen magischer Frauenfiguren herausgearbeitet. Die Untersuchung fragt, inwiefern ihre genealogische Einbindung, die Setzung und Brechung von Tabus sowie die Veränderung zur Ehefrau und Mutter neue literarische Räume für das Nachdenken über familiale Ordnung eröffnen.

Ziel der Dissertation ist, die diskursive Funktion von Magie in der Gestaltung familialer Rollenbilder zu erfassen, interkulturelle Unterschiede zwischen mittelhochdeutscher und altnordischer Literatur aufzuzeigen und die literarische Familie als dynamisches Modell kollektiver Aushandlungsprozesse sichtbar zu machen.