Jule Stadtland, M. A.
Doktorandin
Institut für Deutsche Philologie
Büroadresse:
Schellingstraße 33
Raum 1010
80799 München
Doktorandin
Institut für Deutsche Philologie
Büroadresse:
Schellingstraße 33
Raum 1010
80799 München
Promotionsprojekt: Die Feenfigur der tabubelasteten Feenliebe als Mutter, Tochter, Schwester und Ehefrau
Die Dissertation untersucht die familiäre Einbindung übernatürlicher Frauenfiguren in der mittelhochdeutschen und altnordischen Literatur. Ausgehend vom Modell der „gestörten Mahrtenehe“ werden im Projekt Erzählmuster analysiert, in denen die soziale Position der Frau – Mutter, Tochter, Schwester oder Ehefrau – mit einer magiebegabten Figur besetzt wird. Im Zentrum steht die Frage, wie diese literarischen Substitutionen zur diskursiven Reflexion über Familienmodelle, Geschlechterrollen und soziale Ordnungen im mittelalterlichen Kontext beitragen.
Mittels einer komparatistischen Analyse ausgewählter Texte wie Partonopier und Meliur, dem Ritter von Staufenberg oder der Königin vom brennenden See sowie altnordischer Erzählungen wie der Ragnars saga loðbrokar, Helga þáttr Þórissonar oder der Gibbons saga werden verschiedene narrative Funktionen magischer Frauenfiguren herausgearbeitet. Die Untersuchung fragt, inwiefern ihre genealogische Einbindung, die Setzung und Brechung von Tabus sowie die Veränderung zur Ehefrau und Mutter neue literarische Räume für das Nachdenken über familiale Ordnung eröffnen.
Ziel der Dissertation ist, die diskursive Funktion von Magie in der Gestaltung familialer Rollenbilder zu erfassen, interkulturelle Unterschiede zwischen mittelhochdeutscher und altnordischer Literatur aufzuzeigen und die literarische Familie als dynamisches Modell kollektiver Aushandlungsprozesse sichtbar zu machen.