Dr. Anatol Heller

Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl von Prof. Dr. Frieder von Ammon

Institut für deutsche Philologie

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Porträt von Anatol Heller

Zur Person

2015–2021
Promotion an der HU Berlin
2020
Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der HU Berlin (in Elternzeitvertretung), Lehrstuhl Prof. Dr. Joseph Vogl
2021
Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der HU Berlin (in Elternzeitvertretung), Lehrstuhl von Prof. Dr. Stefan Willer
2021–2026
Oberassistent, Universität Zürich, Lehrstuhl von Prof. Dr. Davide Giuriato
Seit 10/2026
Wissenschaftlicher Mitarbeiter, LMU München, Lehrstuhl von Prof. Dr. Frieder von Ammon

Forschung

  • Deutschsprachige Literatur von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart
  • Poetik, Rhetorik und Pragmatik der Literatur
  • Phänomenologie und Literaturwissenschaft
  • Kultur-, Wissens- und Sozialgeschichte, 'Wissen der Literatur'
  • Mediengeschichte und Medientheorie

Occasio. Literatur und Gelegenheit vom 17. bis ins 19. Jahrhundert (Habilitationsprojekt)

Das Forschungsprojekt widmet sich dem Verhältnis von 'Dichtung' und 'Gelegenheit' von der Frühen Neuzeit bis zur Lyrik des Biedermeier. Entlang einer begrifflichen Differenzierung von kasualen und okkasionellen Aspekten des 'Schreibens bei Gelegenheit' geht das Projekt davon aus, dass eine Literaturgeschichte der Gelegenheit nicht deckungsgleich mit der Geschichte der Kasuallyrik ist. Ziel der Arbeit ist es, die Geschichte poetischer Okkasionalität in einer Art und Weise zu verfolgen, die sich der Nähe zur anlassgebundenen Dichtung bewusst bleibt, dabei aber die Beweglichkeit der Gelegenheit und ihre kontingente, kausal unterbestimmte und flüchtige Logik nicht scheut. Das Forschungsprojekt erkennt in der Gelegenheit eine poetogene Figur, die Dichtungen im Hier und Jetzt ihrer Entstehungszusammenhänge verankert, und zielt mit dem Begriff des "poetischen Okkasionalismus" auf eine dichterische Praxis, die temporale, kausale und sprachpragmatische Aspekte in sich vereint. Die Arbeit unternimmt a) eine systematische Ausarbeitung der Theorie- und Begriffsgeschichte der Gelegenheit in Ikonographie, Philosophie, Rhetorik und Ästhetik sowie b) eine Analyse ihrer poetischen Auftrittsorte, die sich als Zufälle, Gegenwarten und Risiken sortieren.

Publikationen

  • Poetische Deixis. Zur Situativität und Pragmatik literarischer Texte, hg. zusammen mit Judith Niehaus, Schwerpunkt der Zeitschrift Sprache und Literatur 55(1), erscheint 2027.
  • Insektenpoesie. Grundzüge einer literarischen Entomologie, hg. zusammen mit Davide Giuriato, Berlin: Metzler (Cultural Animal Studies), 2025.
  • Poetik der Phänomenologie, hg. zusammen mit Robert Loth, Schwerpunkt der Zeitschrift für Ästhetik und Allg. Kunstwissenschaft 69(2) 2024.
  • Widerspenstige Hände. Literarische Handdarstellungen und anthropologische Formationen im frühen 20. Jahrhundert, Baden-Baden: Rombach (litterae), 2022.

  • „‚von ungefehr‘. Zufall, Umstand und Gelegenheit bei Barthold Heinrich Brockes“, in: Zeitschrift für deutsche Philologie 146(1) (erscheint 2027).
  • „‚Pragmalyrik‘. Bühler und Benveniste bei Monika Rinck“, in: Nikolas Immer, Elisa Ronzheimer und Erik Schilling (Hg.): Theorielyrik, Berlin: Metzler (Lyrikforschung), (erscheint 2027).
  • „‚den Lauf der Dinge / unterbrechen‘. Vers und Rhythmus in Anne Webers Annette, ein Heldinnenepos“, in: Judith Kasper und Cornelia Zumbusch (Hg.): Vers und Prosa. Differenz – Interaktion – Interferenz. DFG-Symposion 2024, Berlin: Metzler (Germanistische Symposien), 2026, S. 647–670.
  • „‚Kein Stummes noch Taubes‘. Der sound der Gattung in Eduard Mörikes Idylle vom Bodensee (1846)“, in: Frauke Berndt, Johannes Hees-Pelikan, Julius Schmidt und Vera Zimmermann (Hg.): Generische Ambiguität in Idylle und Legende des 19. Jahrhunderts. Basel: Schwabe Verlag, 2025, S. 87–106.
  • „Uchronie des Augenblicks. Leo Perutz‘ Zwischen Neun und Neun“, in: Hofmannsthal-Jahrbuch. Zur europäischen Moderne 30 (2022), S. 247–272.