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Deutsche Sprache und Literatur des Mittelalters und der Frühen Neuzeit von den Anfängen im 8. bis ins 17. Jahrhundert
Deutsche Sprache und Literatur des Mittelalters und der Frühen Neuzeit von den Anfängen im 8. bis ins 17. Jahrhundert
Die Germanistische Mediävistik beschäftigt sich mit dem Gesamtbereich der deutschsprachigen Textüberlieferung und Literatur von deren Anfängen um 800 bis in die Frühe Neuzeit (ca. 1600). Die Fragestellungen stammen nicht nur aus dem Bereich der Literaturgeschichte, sondern auch aus der Sprachgeschichte (diachrone Linguistik) oder der Buch- und Schriftgeschichte (Kodikologie, Paläographie). Bei der Untersuchung der Formen, Funktionsbedingungen und –möglichkeiten der deutschsprachigen Literatur des Mittelalters und der Frühen Neuzeit ist es wichtig, die Spannung zwischen dem modernen wissenschaftlichen Blick und den Untersuchungsgegenständen auszugleichen. Dabei ist besonders diese kulturelle und ästhetische Alterität der Untersuchungsgegenstände faszinierend.
Die Germanistische Mediävistik ist ein Teilbereich der Germanistik. Der Begriff 'Mediävistik' leitet sich von lateinisch medium aevum = Mittelalter ab. Die Germanistisch Mediävistik beschäftigt sich mit der deutschen Sprache und Literatur des Mittelalters von den Anfängen im 8. Jahrhundert bis in die Frühe Neuzeit (16. Jahrhundert) hinein. Die Grenzziehung zwischen „älterer“ und „neuerer“ Literatur ist fließend, eine scharfe Trennung ist zumal im Übergang auf die Neuzeit nicht immer möglich und nötig.
Die Mediävistik untersucht sowohl die sprachgeschichtlichen als auch die literaturhistorischen und kulturgeschichtlichen Aspekte dieser Zeit. Ziel ist es dabei, die Texte des Mittelalters zu verstehen und zu erklären und ihre Relevanz für die Gegenwart erkennbar zu halten.
Um die deutschsprachige Literatur des Mittelalters lesen und verstehen zu können, sind neben den allgemeinen literaturwissenschaftlichen Fähigkeiten auch Sprachkenntnisse und sprachgeschichtliches Wissen vonnöten. Von den zentralen Sprachstufen – Althochdeutsch (ca. 750–1050), Mittelhochdeutsch (ca. 1050–1350), Frühneuhochdeutsch (ca. 1350–1650) – wird insbesondere Mittelhochdeutsch in den mediävistischen Einführungskursen vermittelt und in den entsprechenden Lektürekursen, Übungen und Proseminaren vertieft.
Das Bild vom Mittelalter als 'dark ages', in denen man lieber nicht leben möchte, ist weit verbreitet. Befasst man sich näher mit den überlieferten Textdokumenten, dann ergibt sich ein bunteres und uneinheitliches Bild. Vieles, was unsere heutige Kultur und Gesellschaft, Politik, Ökonomie, Kunst, Sprache und Literatur prägt, nimmt hier seinen Anfang.
Die Germanistische Mediävistik beschäftigt sich nicht einfach mit lange Vergangenem, sondern interessiert sich zugleich für historische Prozesse, die in die Gegenwart führen, ebenso wie für die Möglichkeit, unsere moderne Kultur und Gesellschaft im typologischen Vergleich mit der vormodernen besser zu verstehen. Die Germanistische Mediävistik widmet sich diesen Prozessen, aber nicht nur mit Blick auf die Vergangenheit. Historische und heutige Kultur und Gesellschaft werden in unserem Fach also immer wieder enggeführt.
Der Fachbereich „Germanistische Mediävistik“ beschäftigt sich mit deutschsprachigen Texten von den Anfängen um 800 bis in die Frühe Neuzeit (ca. 1600). Dazu gehören die klassischen mittelalterlichen Gattungen
aber auch eine Vielzahl von geistlichen und naturkundlichen Texten (Legenden, Mystik, Predigten, Enzyklopädien) sowie Spiele oder Schwänke.
Das Studium zielt darauf, die Andersheit dieser Texte und damit auch die historische Gewordenheit der modernen Literatur besser zu verstehen. Deshalb verbindet das Fach literarhistorische, medien- und überlieferungsgeschichtliche Ansätze mit systematisch-methodischen Fragen und schließt auch die Rezeption mittelalterlicher Stoffe und Erzählformen bis ins 20. Jahrhundert mit ein.
Viele der mittelalterlichen Texte lassen sich nur dank interdisziplinärer Zusammenarbeit erschließen, so dass sich häufig enge Verbindungen
ergeben.
Die Germanistische Mediävistik beschäftigt sich mit der deutschen Sprache und Literatur des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, also mit den ersten schriftlichen Zeugnissen um 800 bis zu den Texten der Frühen Neuzeit im 16. Jahrhundert. Sie untersucht sowohl die sprachlichen als auch die kulturellen Bedingungen dieser Epochen und analysiert die überlieferten Texte und ihre historische Bedeutung:
Die Germanistische Mediävistik erforscht die Entwicklung der deutschen Sprache – Althochdeutsch (ca. 750–1050), Mittelhochdeutsch (ca. 1050–1350), Frühneuhochdeutsch (ca. 1350–1650) – von ihren Anfängen bis zur frühen Neuzeit. Sie analysiert die Textüberlieferung des Mittelalters und der Frühen Neuzeit in ihren verschiedenen Gattungen und Facetten, darunter Höfische Romane, Heldenepik und lyrische Texte (Minnesang, Sangspruch, Leich), aber auch Rechtstexte, Gebrauchsliteratur oder geistliche Texte und mystische Schriften. Neben literatur- und kulturwissenschaftlichen Fragestellungen stehen dabei besonders die medialen Bedingungen der Textentstehung (Mündlichkeit, Schriftlichkeit) und Überlieferung (Überlieferungsgeschichte, Kodikologie, Paläographie) sowie die Wechselwirkungen von Produktion und Rezeption im Fokus.
Methodisch arbeitet die Germanistische Mediävistik bei der Analyse und Interpretation mittelalterlicher Texte mit aktuellen sprach-, literatur- und kulturtheoretischen Ansätzen – häufig in interdisziplinärer Zusammenarbeit mit anderen Philologien oder Fachbereichen wie der Mittelalterlichen Geschichte, der Kunstgeschichte oder Theologie –, um die historischen Zusammenhänge und kulturellen Hintergründe der Texte zu verstehen und ein umfassendes Bild der mittelalterlichen Sprache, Literatur und Kultur zu gewinnen.
Den meisten Studierenden ist die mittelalterliche deutsche Literatur zu Beginn ihres Studiums ganz unbekannt. Manche Figuren und Stoffe (Artus und Ginover, Parzival, Tristan, der Nibelungenstoff) oder Erzählmuster (Abenteuerstruktur, Suche bzw. quest, Bewährung als Held) kennt man immerhin wegen ihrer Präsenz in aktueller Literatur, im (Musik-)Theater, in Filmen, Serien oder Videospielen.
Um mittelalterliche deutsche Texte lesen zu können, muss man etwas über die mittelalterliche Form der deutschen Sprache wissen. Das wird aber nicht schon zu Beginn des Studiums (im BA Germanistik oder für Deutsch im Lehramt) vorausgesetzt. Für den Anfang ist nur Folgendes wichtig:
Die Germanistische Mediävistik ist ein wenig bekannter Bestandteil des Germanistik-Studiums, der viele schöne und interessante Entdeckungen bereithält.
1. Mittelalterliche (und frühneuzeitliche) deutsche Literatur
In vielfältigen Kursen steht unseren Studierenden das gesamte Spektrum der mittelalterlichen deutschen Literatur offen: kurze und lange Texte, lyrische und epische Formen; philosophische und pragmatische Perspektiven; geistliche und weltliche Inhalte, lustige und ernste Themen. Manches ist fremd, manches vertraut, aber alles faszinierend. Der Fokus der Seminare liegt auf der literaturhistorischen Einordnung der Texte und auf der Analyse und Interpretation.
2. Historische Sprache und Sprachentwicklung
Uns ist in alten maeren wunders vil geseit… Die deutsche Sprache im Mittelalter ist eine andere als die, die wir heute kennen. Im Einführungsseminar lernen Sie die Grundzüge ihrer historischen Entwicklung kennen, und Ihnen wird ein Basiswissen zu den wichtigsten grammatischen und syntaktischen Strukturen sowie zu zentralen semantischen Konzepten vermittelt. Im weiteren Verlauf des Studiums können Sie diese Kenntnisse bei der Übersetzung und Interpretation mittelalterlicher Texte anwenden und vertiefen.
3. Wissenschaftliches Arbeiten
Ein Großteil der Noten in unserem Fachteil wird für schriftliche Arbeiten vergeben, in denen Sie selbstständig wissenschaftliche Fragestellungen bearbeiten. Das klingt einfacher, als es ist: Nötig ist ein hohes Maß an Selbstdisziplin und Selbstorganisation. Aber es macht Spaß, sich auf diesem Weg eigenständig neue Verständnis- und Denkmöglichkeiten zu erschließen. Im Studium wird vermittelt, wie man Zugang zur Forschung bekommt und eine solche Arbeit konzipiert. Dazu gehört auch der richtige Gebrauch von analytischen Instrumentarien und theoretischen Begriffen sowie der Umgang mit Fußnoten und die korrekte formale Einrichtung der Arbeit.
Texte verstehen
Zusammenhänge (er-)kennen
Wissenschaftlich arbeiten
Analytisch, methodisch und historisch denken – mit aktuellem Bezug
- Beispielsweise in der Schule, Hochschule oder in Kulturinstitutionen (insbes. Archive, Bibliotheken, Museen, Literaturhäuser)
- Die von Ihnen erworbenen Kenntnisse können Sie aufbereiten und an vielfältige Interessensgruppen weitervermitteln. Auch die Erschließung und Erhaltung historischer Bestände ist ein Einsatzgebiet.
- Beispielsweise in Verlagen; Medien-, Werbe- und PR-Branche
- Besonders die erarbeitete schriftliche Ausdrucksfähigkeit und die Aneignung von Texten lässt sich gut beim Verfassen, Redigieren und Korrigieren von Texten anwenden.
- Historisch-kritische und analytische Fähigkeiten sind in zahlreichen weniger klassischen Berufsfeldern anwendbar. Während Ihres Studiums haben Sie die Chance, diese zu entdecken und selbst auszuprobieren. Verschiedene Stellen, beispielsweise die Fachstudienberatung, können Ihnen dabei behilflich sein.
Die Germanistische Mediävistik der LMU umfasst 3 Lehrstühle mit insgesamt mehr als 20 wissenschaftlichen und nicht-wissenschaftlichen Mitarbeitenden sowie einer Reihe von Promovierenden.
Zur Übersicht über die einzelnen Personen der Germanistischen Mediävistik
Die Germanistische Mediävistik der LMU München ist von einer regen Forschungstätigkeit mit zahlreichen Drittmitelprojekten geprägt. Eine Übersicht über die aktuellen Forschungsprojekte finden Sie unter der Rubrig Forschung. Individuelle Forschung finden Sie auf den Personenseiten der jeweiligen Mitarbeitenden und Promovierenden verzeichnet.
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