Altbairische Varietäten in den oberitalienischen Sprachinseln

Halle mit Speerträger

Leitung: Prof. Dr. Claudia Maria Riehl

Mitarbeiterin: Letizia Garri

Laufzeit: 03/2024 – 10/2025

Kurzbeschreibung des Projektes

Das Projekt befasst sich mit den Sprachenklaven im oberitalienischen Trentino (den sog. Zimbern in Lúsern und den Bewohner des Fersentals), die auf Einwanderer aus Bayern zurückgehen, die bereits im 11. Jh. dort siedelten. Diese Sprachminderheiten stellen ein einzigartiges Laboratorium für die Linguistik dar, nicht nur weil ihre Sprache noch viele Elemente des mittelhochdeutschen bairischen Dialekts erhalten hat (darunter viele Wörter, die im heutigen Bairisch verschwunden sind), sondern auch weil sich über die Jahrhunderte der Isolation und durch den Kontakt mit dem trentinischen Dialekt sich viele neue grammatische Entwicklungen herausgebildet haben. Allerdings gibt es auch einen gewissen Einfluss des Standarddeutschen, da viele Einwohner für eine gewisse Zeit als Gastarbeiter entweder in Südtirol oder auch in Deutschland tätig waren.

Daher zeigen sich große Unterschiede zwischen älteren und jüngeren Sprechern: Während ältere Sprecher bei Neologismen auch auf das Standarddeutsche zurückgreifen, verwenden jüngere Sprecher viel häufiger Elemente aus dem Italienischen, was die Sprache entsprechend verändert. Weiter stellte sich heraus, dass sich die beiden Varietäten trotz gemeinsamer bairischer Basis doch erheblich voneinander unterscheiden. Das Fersentalerische ist dabei noch wesentlich näher am Deutschen als das Zimbrische.

Ziele des Projektes

1. Erstellung einer vergleichbaren Testbatterie für die beiden Sprachinseln

2. Dokumentation der gesprochenen Sprache der Sprachinselvarietäten

3. Analyse der Unterschiede zwischen den Sprechergenerationen und den beiden verschiedenen Varietäten.

4. Veröffentlichung der Daten auf einer öffentlich zugänglichen Datenbank