Anlässlich des Internationalen Frauentags widmet sich die Veranstaltung dem Leben von Julia Mann (1851–1923), in Brasilien geboren und Mutter der Schriftsteller Heinrich und Thomas Mann. Trotz der literarischen Bedeutung ihrer Söhne bleibt ihre brasilianische Herkunft weitgehend unbekannt. Ziel der Veranstaltung ist es, Julia Manns Biografie sichtbar zu machen und ihre Rolle im deutsch-brasilianischen Kulturkontakt zu beleuchten.
Ausgehend von ihrer Migration nach Deutschland im Kindesalter wird diskutiert, wie Migration sprachliche und kulturelle Identität prägt. Im Mittelpunkt steht insbesondere die Frage nach der sogenannten „Erbsprache“ (Heritage Language) und der Bedeutung des Portugiesischen für Familien in der Diaspora. Julia Manns Erinnerungen zeigen exemplarisch, wie Sprachverlust, Mehrsprachigkeit und Zugehörigkeit miteinander verbunden sind.
Die Vorträge verbinden literatur- und sprachwissenschaftliche Perspektiven und verdeutlichen, dass Mehrsprachigkeit nicht nur ein individuelles Phänomen, sondern ein zentraler Bestandteil gesellschaftlicher Erfahrung und interkulturellen Dialogs ist.
Programm:
Eröffnung
Prof. Dr. Claudia Maria Riehl (Internationale Forschungsstelle Mehrsprachigkeit / LMU München)
Botschafter Leonardo Cleaver de Athayde (Generalkonsul der Föderativen Republik Brasilien in München)
Gastvorträge
Dr. Dieter Strauss (Germanist, langjähriger Leiter am Goethe-Institut)
Julia Mann: Leben, Migration und kultureller Beitrag
Dr. Marília Pinheiro Pereira (Heidelberg Centrum für Ibero-Amerika-Studien, Universität Heidelberg)
„Julia Manns Koffer der Erinnerungen“ – Portugiesisch als Erbsprache
Moderation
Andréa Menescal Heath (IFM/LMU; Initiative Mala de Herança)
Abschluss und Empfang