Letizia Garri erhält den Weltenmensch-Preis 2025 – Sprachen, Orte, Identitäten
Die WELTENMENSCH Stiftung Hans Nerth und die Internationale Forschungsstelle für Mehrsprachigkeit (IFM) der LMU München vergeben erstmals einen Preis für eine Abschlussarbeit, die sich mit Themen rund um das Konzept des Weltenmenschen beschäftigt.
Die WELTENMENSCH Stiftung fördert Projekte, die mit kulturellem Feingefühl neue Dialoge zwischen der deutschen Sprache, Kultur und Kunst und den Kulturen der Welt eröffnen, in Text, Bild, Ton oder Forschung. Die IFM widmet sich der wissenschaftlichen Erforschung der Mehrsprachigkeit als zentrale Ressource in Bildung und Gesellschaft.
Ausgezeichnet mit dem Weltenmensch-Preis 2025 wurde Letizia Garri für ihre herausragende Masterarbeit im Fach Deutsch als Fremdsprache mit dem Titel: „Sprachgebrauch und Sprachkontakt im Zimbrischen von Lusern: Eine gebrauchsbasierte Untersuchung der jüngeren Generation.“ Wir gratulieren ihr ganz herzlich.
Mit dem erstmals verliehenen Preis würdigen die IFM und die WELTENMENSCH Stiftung exzellente Abschlussarbeiten, die sich mit Mehrsprachigkeit, transkulturellen Identitäten sowie dem Zusammenspiel von Sprache, Ort und Zugehörigkeit auseinandersetzen. Im Zentrum steht dabei das Konzept des Weltenmenschen: Menschen, die sich zwischen Sprachen, Kulturen und geografischen Räumen bewegen und diese Erfahrungen aktiv mitgestalten.
In ihrer Arbeit beschäftigt sich Letizia Garri mit dem Zimbrischen, einer heute stark gefährdeten deutschen Minderheitensprache, die seit Jahrhunderten u.a. in der kleinen Berggemeinde Lusern in Norditalien gesprochen wird. Lusern gilt dabei als sogenannte Sprachinsel: Ein Ort, an dem sich eine Sprache über lange Zeit hinweg inmitten einer anderssprachigen Umgebung erhalten hat.
Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen junge Sprecher:innen, die im Alltag zwischen mehreren Sprachen leben. Letizia Garri zeigt anschaulich, wie sich der Kontakt mit Italienisch und Deutsch auf das Zimbrische auswirkt und wie junge Menschen ihre sprachlichen Repertoires flexibel nutzen. Dabei wird deutlich, dass Mehrsprachigkeit eine sprachliche, kulturelle und identitätsstiftende Ressource ist. Die Arbeit verbindet empirische Forschung mit einem sensiblen Blick auf Sprache als gelebte Erfahrung und macht sichtbar, wie Sprache, Ort und Zugehörigkeit zusammenwirken.
Die Jury, bestehend aus Vertreter:innen der IFM, der WELTENMENSCH Stiftung und der Class of Language der Graduate School Language & Literature Munich, zeigte sich insbesondere von der wissenschaftlichen Tiefe der Arbeit, ihrer methodischen Sorgfalt sowie dem klaren Bezug zur Leitidee des Weltenmenschen überzeugt.