25 Jun

"Auschwitz liegt in meiner Hand": Ruth Klüger und die Sprache der Vernichtung. Ein Gastvortrag von Ben Zechbauer, M.A.

Termin:

Do.:
12:00 - 14:00 Uhr

25. Juni 2026

Ort:

Schellingstr. 3, Hörsaal S 004
Plakat für 35. Workshop
© Tanja Schüz

Abstract:

Ausgehend von der Lyrik und Prosa Ruth Klügers widmet sich der Vortrag
der Fortschreibung der Sprache des ‚Dritten Reiches' (LTI) in der
jüdischen Überlebensliteratur und den deutschen Nachkriegsdiskursen.
Besondere Beachtung erfährt dabei die Vielgestaltigkeit und
Wandlungsfähigkeit des Täteridioms. Es verfügt über eine schier
unermessliche Bandbreite ganz unterschiedlicher Modi und Jargons: von
der Lakonie der funktionalistischen Vernichtungsmaschinerie über den
Kitsch volkstümlicher Dichtungsformen bis zum Pathos der demagogischen
Agitation.

Angesichts der Variabilität der LTI drängt sich die Frage auf: wie sich
dagegen immunisieren? Doch will die Frage mit Blick auf den zur Rede
stehenden Textkorpus womöglich keiner Antwort zugeführt werden. So
stehen die Zeichen in der Überlebensliteratur der Judenvernichtung
weniger auf Immunisierung als auf Infizierung. Ein Grundzug dieser
Literatur besteht nämlich in der Aktualisierung von Konflikten, die in
der Mördersprache gebündelt liegen.

Donnerstag 25. Juni 2026, 12 c.t.
Im Rahmen der Vorlesung "Tätersprache spricht: Für eine Philologie des
politisch Unheimlichen"
(Prof. Dr. Jenny Willner)
Schellingstraße 3, Hörsaal S004
Keine Voranmeldung nötig